(Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

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Kasseler90
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Kasseler90 » 15. Mai 2008, 20:41

Finde die Zusammenstellung realistisch, aber ich würde den Zuschauerdurchschnitt doch etwas höher einschätzen.Wir müssen hoffen das die Sponsoren die Attraktivität der Liga erkennen und zum KSV stehen. Wenn Liga 3 nicht erreicht wird muss eine Mannschaft aufgebaut werden die sich in jedem Spiel 100% reinhängt, dann halte ich es auch nicht für unmöglich um den Aufstieg mitzuspielen. Wir hätten auch noch in Liga 4 Spieler die nich nur kämpfen sondern auch gut Fußball spielen können. Es wäre natürlich schade, wenn wir nächstes Jahr in der Regionalliga spielen aber so kann man eine neue Mannschaft aufbauen (junge Spieler aus der Region und zwei - drei alte profis).
Schade wenn diese große Chance verpasst wird aber auch in Liga 4 wird es ordentliche Gegner geben....aber noch hofffe ich ohnehin auf Liga 3 :roll:

Dementes_Frettchen
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Dementes_Frettchen » 15. Mai 2008, 21:35

Dein Wort in Gottes Ohr! Wenn man die beiden Auestadion-Einweihungsspiele gegen den FSV und die kleinen Bayern in die Zuschauerstatistik nicht mit einrechnet, haben wir diese Saison einen Schnitt von 4.207.

Wenn man sich Reitenbreiters Auflistung der potentiellen West-Regionalligisten so anschaut, sind dort doch nur recht wenige Vereine dabei, die reges Zuschauerinteresse hervorrufen werden.

Gegen Essen wird die Hütte sicherlich am vollsten sein, gefolgt von Siegen (willkommen in der 4. Liga 8) ). Waldhof, Preußen Münster und Saarbrücken sind sicherlich auch noch Teams, gegen die man auf ein etwas volleres Auestadion hoffen darf. Aber: Das sind auch keine Zuschauermagneten! Letzte Saison kamen z.B. gegen Saarbrücken gerade mal 3.700 Fans.

Ich lasse mich natürlich gern eines besseren belehren, aber trotzdem glaube ich nicht an einen wesentlich höheren Schnitt als 3.000 Zuschauer.
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Schlagge
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Schlagge » 15. Mai 2008, 22:23

Dementes_Frettchen hat geschrieben:Letzte Saison kamen z.B. gegen Saarbrücken gerade mal 3.700 Fans.
Und es war total geiles Wetter! Dennoch nur so wenig Zuschauer. :roll: :(
Dementes_Frettchen hat geschrieben:Ich lasse mich natürlich gern eines besseren belehren, aber trotzdem glaube ich nicht an einen wesentlich höheren Schnitt als 3.000 Zuschauer.
Glaube ich auch nicht. Befürchte gar etwas weniger.
Enttäuschend war auch das Spiel gegen den VfB II. Auch wenn es unter der Woche war, waren für ein Flutlichtspiel ziemlich wenig da.
Ob es in der 4.Liga auch ein Flutlichtspiel geben würde? "Würde", weil wir noch nicht in der 4. sind !!! 8)

@ Dementes_Frettchen: Klasse Eröffnungsposting hier im Thread. Gleiches gilt auch für Gonzo. Echt klasse, Eure Postings !!! Bild
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Dementes_Frettchen
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Dementes_Frettchen » 16. Mai 2008, 01:01

Hab mich mal etwas im Internet umgeschaut, wie sich die Situation so bei den anderen "großen" Klubs der RL-West gestaltet. Passt hier zwar nicht hundertprozentig rein, aber einerseits will ich nicht das ganze Forum mit neuen Threads zukleistern, und andererseits betrifft es unsere Löwen ja doch insoweit, als dass wir unsere Chancen in der neuen RL nur dann wirklich einordnen können, wenn wir auch die strukturellen Voraussetzungen der anderen kenen.

RW Essen (RL Nord):
Schulden: 7.000.000
Zuschauerschnitt: 9.627
offizieller Etat 07/08: 4.000.000

Bei den Essenern brennt der Baum! Einige Fans spekulieren sogar über eine mögliche Insolvenz des Traditionsklubs von der Hafenstraße. Angesichts einer Verschuldung von 7.000.000 Euro und der fortwährenden Suche nach einem Hauptsponsor für die nächste Saison nicht wirklich verwunderlich.
Einen prominenten Neuzugang kann RWE indes im Management vermelden: Thomas Strunz wird diese Position ab der kommenden Saison bekleiden und soll den Essenern mit seinen Kontakten ins Profigeschäft einige Türen öffnen.

Sicher ist: RWE wird in der nächsten Saison aufgrund der äußerst angespannten finanziellen Situation den Gürtel deutlich enger schnallen müssen. Aber auch dann dürfte der Klinger-Klub dem KSV deutlich überlegen sein. Selbst wenn der Etat halbiert werden sollte, liegt er immer noch auf dem Niveau des aktuellen Regionalligabudgets unserer Löwen. Ein weiters Pfund, mit dem die Essener wuchern können, sind die treuen Fans.

Mein Tipp: Aufstiegsanwärter Nr. 1!


Preußen Münster (OL Westfalen):
Schulden: 1.100.000
Zuschauerschnitt: 4.529
Etat 07/08: ?

Derzeit Planung der neuen Preußen-Arena mit einer Kapazität von 15.000 Plätzen inkl. Business-Logen; für die Verwirklichung ist das Bauunternehmen von MSV Duisburg-Präsident Walter Hellmich zuständig.
In Münster scheint echte Euphorie zu herrschen, wofür auch der für Oberligaverhältnisse äußerst gute Zuspruch der Fans spricht. Der Schnitt von gut 4.500 Zuschauern ist umso stärker zu honorieren, wenn man sich die derzeitigen Oberligagegner der Preußen anschaut. Westfalie Herne und Spvgg. Erkenschwick sind noch die rennomiertesten Teams in dieser Klasse, dürften aber auch nur den älteren Fußballfans noch etwas sagen. Daneben tummeln sich so illustre Klubs wie Germania Gladbeck, TSG Sprockhövel, Ahlen II oder die hier schon gelegentlich als Inbegriff sportlicher Bedeutungslosigkeit genannten Sportfreunde Lotte. Daher ist der Fanzuspruch der Münsteraner in dieser Klasse meiner Meinung nach beinahe sensationell!
Erklärtes Ziel der Preußen ist es, sich kurzfristig in der neuen Regionalliga zu etablieren und innerhalb der nächsten 3 Spielzeiten den Aufstieg in die neue 3. Liga zu schaffen.

Mein Tipp: Die Preußen werden in der nächsten Saison oben mitspielen. Zur Meisterschaft reicht es aber noch nicht. Noch fehlen aufgrund des tristen Oberliga-Daseins professionelle Strukturen im Verein. In den nächsten Spielzeiten dürften die Münsteraner aber ein echter Aufstiegsanwärter werden.


1. FC Saarbrücken (OL Südwest):
Schulden: ?
Zuschauerschnitt: 4.400
Etat: 2.000.000 (Gesamtverein)

Der 1. FCS ist mit einem Etat von 2.000.000 - allerdings bezogen auf den Gesamtverein - für Oberligaverhältnisse mehr als ordentlich ausgestattet. Diese Summe dürfte wahrscheinlich sogar den Spitzenwert aller aktuellen Viertligisten darstellen.
Auch der gute Zuschauerzuspruch beweist, dass an der Saar weiterhin reges Interesse an den Kickern aus dem Ludwigspark besteht.
Es ist davon auszugehen, dass die Saarbrücker ihren Etat in der neuen Regionalliga noch einmal erhöhen werden. Damit dürften sie dann auch dort zu den finanzstärksten Klubs der Liga zählen. Ob ein gut gefülltes Portemonnaie genügt, um die Meisterschaft zu erringen, bleibt abzuwarten. Die bittere Erfahrung, dass Geld allein keine Tore schießt, mussten sie schließlich erst letzte Saison machen.

Mein Tipp: Die Saarbrücker werden um die Meisterschaft mitspielen.



So... der Rest kommt morgen. Muss mich mal ablegen, muss morgen um 10 in der Schweine-Uni sein. :evil:

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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von supporter » 16. Mai 2008, 02:51

@frettchen
danke für die erste aufstellung, sehr interessant, das mal so zu sehen!
wie ich schon im anderen treath geschrieben habe, werden einige ex-regio clubs aus diesem jahr hart abspecken müssen.
zB. werden die Kickers aus Stuttgart ihren Sponsor GAZI definitiv verlieren, plane aber dennoch mit einem Etat von 1,5 Mio.
Der Zuschauerschnitt wird bei 1000 kalkuliert, was ich für realistisch halte, aber dennoch werden sie nicht um den Aufstieg mitspielen.

Zu Darmstadt wäre zu sagen, falls wir doch in die Süd kommen, oder sie in die Mitte:
sie haben momentan einen Etat von 500000 euro, der sich aufgrund des beinahe kollaps nicht wesentlich erhöhen wird.
Absolut kein Aufstieskandidat!

Kann jemand abschätzen wie hoch unser Etat sein wird?
Momentan haben wir knapp 2 Mio oder?
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Gonzo » 16. Mai 2008, 08:52

@Schlagge, Lämmi, Marcus: Danke!

@Frettchen: Wenn man sieht, was sich so bei einigen anderen Vereinen - Stadionneubau, Etat - bewegt, könnte man echt wieder in nordhessisches Selbstmitleid verfallen. Unglaublich, daß sowas hier nie ähnlich funktioniert. Wenn man doch bloß mal die ganze Region hinter sich hätte...

Hoffentlich hat sam bei seinen Sponsorengesprächen das kleine Stück Glück gehabt, daß man für solche Verhandlungen auch mal benötigt.
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Dementes_Frettchen » 16. Mai 2008, 13:18

@Schlagge: Danke für die Blumen!

@Gonzo: Wieso führt sam denn Sponsorengespräche? :o Welche Funktion hat er denn im Verein? Bin da leider nicht im Bilde... Aber vielleicht kann Jens Rose ja bereits heute Abend beim Fantreffen etwas Neues dazu sagen. (Ich hab im Thread zum Fantreffen nochmal einige Fragen aufgelistet, die mich persönlich interessieren würden.)

@all:Es geht mir ganz und gar nicht darum, hier Untergangsstimmung zu verbreiten - zumal das bei der Geschichte des KSV auch absolut absurd wäre. Natürlich wird im Auestadion auch in der nächsten Saison Fußball gespielt. Ob das aber unter den derzeitigen Bedingungen (Vollprofitum) von statten gehen wird, halte ich zumindest für zweifelhaft. Langfristig, da bin ich mir ziemlich sicher, wird der Weg für unseren KSV wieder nach oben führen. Wir sind einer der wenigen Traditionsvereine, der finanziell gesund in der nun viertklassigen Regionalliga an den Start gehen wird.

Wie steinig dieser Weg zurück nach oben wird, hängt in erster Linie von der Unterstützung der Wirtschaft ab. Der Verein hat mit seinen vielen Aufstiegen in den letzten 10 Jahren, seriöser Finanzpolitik und nicht zuletzt den tollen Fans die Basis geschaffen, die für Sponsoren lukrativ sein sollte. Nun ist eigentlich die nordhessische Wirtschaft in der Bringschuld. Dass man aber ganz schnell verlassen ist, wenn man sich auf die Solidarität von VW und Konsorten verlässt, wissen wir nicht erst seit dieser Saison. Und genau das ist ja das Problem, dass Du, Gonzo, auch ansprichst.
Inwiefern man hier die alleinige Schuld bei diesen großen Unternehmen suchen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Ein hausgemachtes Problem, dass dafür mitverantwortlich sein könnte, ist die semi-professionelle Vermarktung. Immerhin schaffen es die Huskies ja auch, lukrative Geldquellen anzuzapfen. Daher verspreche ich mir viel vom eventuellen Einstieg Joe Gibbs'.
Ein Aspekt, der sich bei der Sponsoren-Aquise hoffentlich positiv bemerkbar macht, ist der Neubau des VIP-Raums. Natürlich sind die Typen, die dort so verkehren, auch nicht meine Idealvorstellung von einem Fußballfan. Trotzdem sollte man sie hofieren. Denn man sollte nicht vergessen, dass Sponsoring eben kein Mäzenatentum ist. Frei nach dem Motto "Frag nicht, was der Sponsor für Dich tun kann. Frag, was Du für den Sponsor tun kannst", muss man potentiellen Geldgebern eben auch was bieten. Und dazu gehört nun mal auch ein umfassendes Betreuungsprogramm für die "very important people". Preußen Münster hat das bspw. erkannt, baut VIP-Logen in der neuen Preußen-Arena.

Interessant finde ich auch das VIP-Konzept vom FSV Bornheim: http://www.fsv-frankfurt.de/cms/index.php?id=5

Man kann ja von dem fetten Hobbit im Frankfurter Management halten, was man will. Aber von der Sponsoren-Aquise versteht er was (Klar, Rhein-Main ist natürlich 'ne Boom-Region. Andererseits gibt's dort aber auch noch viel mehr Konkurrenten um die Honigtöpfe).
Da müssen wir, wollen wir höherklassigen Fußball in KS etablieren, auch hinkommen. Der Verein darf nicht bloß Empfänger von Sponsorenleistungen sein, sondern muss sich eher als Dienstleister verstehen, der den Geldgebern ein attraktives Angebot bietet und dafür eine angemessene Gegenleistung erhält.
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Der Schwimmlehrer
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Re: (Finanzielle) Konsequenzen des "Abstiegs"-wie geht's weiter?

Beitrag von Der Schwimmlehrer » 16. Mai 2008, 13:57

Dementes_Frettchen hat geschrieben:Wie steinig dieser Weg zurück nach oben wird, hängt in erster Linie von der Unterstützung der Wirtschaft ab. Der Verein hat mit seinen vielen Aufstiegen in den letzten 10 Jahren, seriöser Finanzpolitik und nicht zuletzt den tollen Fans die Basis geschaffen, die für Sponsoren lukrativ sein sollte. Nun ist eigentlich die nordhessische Wirtschaft in der Bringschuld. Dass man aber ganz schnell verlassen ist, wenn man sich auf die Solidarität von VW und Konsorten verlässt, wissen wir nicht erst seit dieser Saison.
Das liest man ja so öfter hier. Nur frage ich wie man eigentlich darauf kommt. Keine Firma hat was zu verschenken. Das dürfte jedem klar sein. "VW und Konsorten" haben den KSV nicht gegründet und man hat auch nie gehört, dass diese das gefordert haben. Warum haben diese Firmen dann eine Bringschuld? Fakt ist, dass der KSV anscheinend zu unattraktiv ist für die meissten Sponsoren. Jeder Sponsor verlangt einen gewissen Gegenwert und will Nutzen aus der Partnerschaft ziehen. Trotz guter TV-Präsents und ordentlichen Zuschauerzahlen scheint der Gegenwert allerdings nicht gegeben. Da stellt sich die Frage wie man das Produkt "KSV" besser machen kann oder ob die Sponsorenakquise und auch die Sponsorenbetreuung eventuell zu verbessern sind. Aber hier irgendwelche Firmen anzuprangern und immer wieder einfach Geld einfordern zu wollen, finde ich schon etwas putzig. :o
"Erfolg ersetzt alle Argumente". Kicks.

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