Passt finde ich ganz gut rein, weil es ja schon eine allgemeine Diskussion geworden ist:
- PRESSEMITTEILUNG -
Fußballfans gründen bundesweiten Fanrechtefonds
Fußballfans aus ganz Deutschland haben sich zusammengeschlossen, um
mit vereinten Kräften gegen die stetige Verletzung der Rechte von
Fußballfans vorzugehen. Mit Hilfe des heute gegründeten Fonds soll die
nötige finanzielle Basis geschaffen werden, um die nicht mehr
hinnehmbare Behandlung unschuldiger und friedlicher Fußballfans
juristisch überprüfen zu lassen.
Bereits seit Jahren haben Fußballanhänger eine zunehmende kollektive
Kriminalisierung durch Polizei und DFB zu beklagen. Entgegen der
Hoffnungen der Fans hält die im Vorwege der WM spürbar verschlechterte
Situation auch nach der Rückkehr zum Liga-Alltag an. So führt eine
einfache, routinemäßige Personalienaufnahme an einem Spieltag häufig
zu einem Eintrag in die Polizeidatei „Gewalttäter Sport". Zur
Erteilung eines Stadionverbots reicht die Einleitung eines
Ermittlungsverfahrens. Dass die meisten Verfahren im Fußballumfeld
später eingestellt werden, findet bei der Vergabepraxis keinerlei
Berücksichtigung. Unschuldig bis die Schuld bewiesen ist, gilt hierbei
leider nicht.
Exemplarisch für die oft willkürliche Praxis von offizieller Seite ist
der Fall einer Gruppe argentinischer Fußballfans, denen bei der
Fußball-WM im vergangenen Sommer ein Stadionverbot vom
FIFA-WM-Organisationskomitee erteilt wurde. Der konkrete Vorwurf
lautete damals, die Fans hätten innerhalb (!) des argentinischen
Fanbereichs ihre Sitzplätze mit anderen Fans getauscht und bei
emotionalen Situationen während des Spiels zeitweilig auf ihren Sitzen
gestanden. Die ausgesperrten Fußballfans klagten gegen das erteilte
Stadionverbot und erhielten vor dem Landgericht Frankfurt Recht: Eine
einstweilige Verfügung des Gerichts ermöglichte ihnen, die weiteren
Spiele ihrer Nationalmannschaft zu besuchen.
Ähnlich groteske Fälle sind leider auch im deutschen Ligaalltag –
unbemerkt von einer großen Öffentlichkeit – an der Tagesordnung.
Allerdings fehlen den zumeist jugendlichen Betroffenen fast immer die
finanziellen Mittel, um eine juristische Auseinandersetzung
einzuleiten. Die Initiatoren wollen mit Hilfe des Fonds die Rechte
aller Fans stärken. Mit erwarteten mehreren tausend Euro Spenden pro
Jahr und ausgewählten, richtungweisenden Fällen, kann ein Umdenken auf
Seiten der Verantwortlichen bewirkt werden – insbesondere beim DFB.
Die Initiatoren des Fanrechtefonds waren immer und sind auch weiterhin
gesprächsbereit. Ausdrücklich begrüßt wird auch, dass die Arbeit der
Fanprojekte gestärkt werden soll und ein „Fankongress" durch DFB und
DFL vorbereitet wird. Bei ähnlichen, durchaus konstruktiv verlaufenen,
Gesprächen in den vergangenen Jahren konnte eine Verbesserung der
Situation jedoch nicht erreicht werden. Selbst die Appelle des
Bundespräsidenten Rau verpufften ergebnislos. Das im Sommer 2005 vom
damaligen Bundesinnenminister Schily und dem DFBPräsident Zwanziger
abgegebene Versprechen, eine Ombudsstelle für Fans einzurichten, wurde
jüngst vom DFB widerrufen.
Die Initiatoren der Unterstützungskasse für Fanrechte verschließen
nicht die Augen vor den tatsächlich existierenden Problemen bzgl.
Gewalt rund um den Fußballsport, wie sie in den vergangenen Wochen
bedauerlicherweise wiederholt zu Tage getreten sind. Derartig
unhaltbare Zustände, wie sie am Rande einiger Fußballspiele zu
beobachten waren, rechtfertigen jedoch keine Stadionverbote gegen
unschuldige Fans nach dem Gießkannenprinzip. Die Initiatoren
distanzieren sich in aller Deutlichkeit von Gewalt und Rassismus in
und außerhalb der Stadien. Eine Unterstützung von Hooligans und
rassistischen Fans ist durch die Satzung des Fonds ausdrücklich
ausgeschlossen.
Die Kontoverbindung des Spendenkontos lautet:
Kontoinhaber: Rechtsanwalt Dirk Seitz
Kontonummer: 4956785
Bankleitzahl: 20070024 (Deutsche Bank Hamburg)
Ein aus fünf Fans verschiedener Vereine bestehender Kassenrat
entscheidet in Einklang mit der Satzung des Treuhandkontos über die
Verwendung der Spenden. Zwei Anwälte verwalten das Geld und überwachen
die satzungsgemäße Nutzung. Weitere Informationen über das Projekt
„Fanrechtefonds" sind unter
http://www.fanrechte.de abrufbar. Unterstützt
wird das Projekt von zahlreichen deutschen Fanclubs und Fangruppen,
sowie den beiden großen überregionalen Fanorganisationen BAFF und PRO
FANS.
Für persönliche Anfragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
K O N T A K T :
Wilko Zicht – Tel: 0179/1417401
Sig Zelt – Tel: 0170/9747500
Sandra Schwedler – Tel: 0177/2383554