Kleppinger muß gehen

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FSV - Nobby
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Kleppinger muß gehen

Beitrag von FSV - Nobby » 20. Dez 2005, 05:19

KOMMENTAR
Ein „normaler“ Trainerwechsel
Von Andreas Wagner

«Normal sind wir nicht». Vor neun Jahren entstand dieses Vereinsmotto des FSV Frankfurt – eine Reaktion auf die vorangegangenen chaotischen Zeiten, an deren Ende der sportliche Niedergang und finanzielle Ruin stand. Wer sich da noch engagierte, konnte nicht normal sein. Doch um Bernd Reisig als treibende Kraft fanden sich immer wieder engagierte Mitstreiter, die gemeinsam den traditionsreichen Fußballsportverein auf Vordermann brachten. Es gelang sogar die Rückkehr in die Regionalliga, die jedoch nicht lange gehalten werden konnte.

Die Dritte Liga ist aber das klar umrissene Ziel der Bornheimer, mittelfristig wird sogar von höheren Sphären geträumt. In dieser Spielzeit soll es endlich mit dem Aufstieg klappen. Noch einmal auf der Zielgeraden abgefangen werden – diese Vorstellung dürfte den Verantwortlichen schlaflose Nächte bereiten. Schließlich geht es nicht nur um die Ehre, sondern auch um Euro. Am Ende heiligt der Zweck die Mittel. Auch die finanziellen. Bringt Michael Blättel das erfolgreich zu Ende, was Gerhard Kleppinger angefangen hat, so wird der Trainerwechsel – vorgenommen wegen «desolaten Leistungen» einer Mannschaft, die die Tabelle anführt – nur noch eine Fußnote sein. Wenn nicht, passt es ins Bild, das Fußballvereine von der Bundesliga abwärts derzeit wieder abgeben.

Eins steht aber jetzt schon fest: Normal ist das nicht.

Quelle : FNP
Fsv Frankfurt -- 2.Liga

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FNP zum 20.12.05

Beitrag von FSV - Nobby » 20. Dez 2005, 05:56

Platz eins reicht nicht: Kleppinger muss gehen
Frankfurt. Schon am 10. Dezember, gleich nach dem 3:2 des FSV Frankfurt bei Germania Ober-Roden, hatte sich angedeutet, was gestern dann tatsächlich eingetreten ist: Der Tabellenführer der Fußball- Oberliga Hessen hat seinen Trainer Gerhard Kleppinger beurlaubt – trotz sechs Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger Buchonia Flieden. Nachfolger des ehemaligen Bundesligaprofis wird Michael Blättel, der schon von 1998 bis 2000 am Bornheimer Hang wirkte. Vor zehn Tagen, die Mannschaft hatte nach einer 3:0-Führung eben noch ein 3:2 gegen Ober-Roden über die Zeit gerettet, hatte FSV-Manager Bernd Reisig die nach Erklärungen fragenden Journalisten zunächst um einen Tag Bedenkzeit gebeten und dann eine Einschätzung abgegeben, welche die intern bereits am Freitag gefällte und gestern öffentlich gemachte Entscheidung gegen Kleppinger schon erahnen ließ: «Die Mannschaft befindet sich in einem desolaten Zustand. Ich habe viele Fragen an den Trainer und erwarte viele Antworten.»
Gestern sprach Reisig davon, dass ihm die Entscheidung «überhaupt nicht leicht gefallen» sei, überraschend sei sie aber «nur für Leute, die nicht so nah an der Sache dran waren, denn die Mannschaft hat seit Wochen schlecht gespielt, konnte läuferisch nicht mehr überzeugen und ihr hat jede Souveränität gefehlt». Schuld daran muss aus Sicht der Verantwortlichen Gerhard Kleppinger gewesen sein. «Der Trainer ist für den Erfolg genauso verantwortlich, wie für den Misserfolg», sagte Reisig. Allerdings könne man «natürlich darüber streiten, ob wir überhaupt Misserfolg haben». Um das zu beurteilen, müsse man «über den Tellerrand schauen». In Richtung Regionalliga jedenfalls habe sich kaum ein Spieler entwickelt: «So wie wir uns präsentiert haben, hätte uns ein Aufstieg nicht viel gebracht. Und wir müssen uns schließlich auch fragen, was kommt nach dieser Saison.» Wieso genau trauten die FSV-Funktionäre es Kleppinger nun nicht mehr zu, die Tabellenführung bis ans Saisonende zu verteidigen? «Darüber werde ich in der Öffentlichkeit nicht urteilen. Ich kann nur sagen, er hat auch vieles sehr gut gemacht. Das Training zum Beispiel. Am Ende hat es dann alles nicht mehr so gepasst.»

Kleppinger selbst sieht das etwas anders: «Für mich kommt das natürlich überraschend. Meine Aufgabe war aufzusteigen, und wir haben genug Punkte und Tore Vorsprung, um das auch zu schaffen. Die Basis ist also da, auch wenn wir zuletzt nicht mehr so gut gespielt haben.» Über die Modalitäten einer möglichen Vertragsauflösung hat Kleppinger nach eigenen Angaben noch nicht mit dem FSV gesprochen.

Michael Blättel wird die Mannschaft nun also übernehmen. Der 45 Jahre alte Fußball-Lehrer erhielt einen Vertrag bis zum Saisonende, der sich um ein weiteres Jahr verlängert, wenn dem FSV Frankfurt der Aufstieg in die Regionalliga gelingt. Ins Trainingslager in der Türkei möchte Blättel Anfang Februar möglichst schon einen neuen Torhüter mitnehmen. Um den Posten des verletzten Florian Bicking bewerben sich derzeit laut Reisig drei Kandidaten. Nach Feldspielern will der FSV nicht Ausschau halten. (rst)

Quelle : FNP
Fsv Frankfurt -- 2.Liga

corsa
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Beitrag von corsa » 20. Dez 2005, 10:08

Das übertrifft sogar die Bayern: Kriesensitzung bei Platz 2 :o

Einen Trainer zu entlassen, wenn man so gut da steht ist natürlich sehr verwunderlich. Auch wenn man die letzten Spiele geradeso gewonnen hat und schlecht gespielt hat, so was gehört dazu. Um Meister zu werden muß man auch dieses Glück haben solche Spiele zu gewinnen.

Jedoch schien es mir auch eine Kopfsache der Spieler zu sein, wie man Fußball gespielt hat. Denn bei den Spielen die ich gesehen habe (gegen Kassel und Baunatal) hat Frankfurt nur das Nötigste getan. Technisch war man besser, aber es sah so aus als wollten die nicht richtig.

Wer weis wie es nach der Winterpause ausgesehen hätte. Nur haben die meisten Trainerwechsel eher nichts gebracht und es bleibt abzuwarten wie sich der FSV zurückmeldet.

Herr Künkel
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Beitrag von Herr Künkel » 20. Dez 2005, 11:32

Unglaublich. Reisig macht die Meisterschaft noch mal spannend.
Auf jeden Fall geht Bornheim der Stift, das ist gut. Bin mal gespannt, ob das krass konsequent oder einfach nur dumm war. Beides ist möglich.
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Beitrag von SCW » 20. Dez 2005, 12:05

corsa hat geschrieben:Nur haben die meisten Trainerwechsel eher nichts gebracht
Bei uns schon :D
Ob es die richtige Entscheidung beim FSV war bleibt natürlich abzuwarten. Habe länger kein Spiel mehr vom FSV gesehen, aber den Zeitungsberichten nach haben sie ja zuletzt wirklich nicht überzeugt, auch wenn man gewonnen hat. Von daher kann der Schritt schon der richtige sein, auch wenn es natürlich komisch aussieht, wenn der Trainer des Spitzenreiters gefeuert wird.
corsa hat geschrieben: Das übertrifft sogar die Bayern: Kriesensitzung bei Platz 2
PS: Platz 1
Zuletzt geändert von SCW am 20. Dez 2005, 12:27, insgesamt 1-mal geändert.

Glowes
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Beitrag von Glowes » 20. Dez 2005, 12:22

Ich sehe das Ganze zwar auch eher kritisch (wobei es mir ja eigentlich egal sein kann), bin allerdings seit "Paderborn" auch eher abwartend, bevor ich zu schnell über solche Vorgänge urteile. In PB hat der Trainerwechsel, und dazu noch das Ziehen lassen einiger Leistungsträger, ebenfalls nur für Verwunderung gesorgt. Schließlich war man ja aufgestiegen. Wenn man sich heute allerdings die Zweitligatabelle ansieht, kann man der paderborner Vereinsführung (ober besser: Herrn Finke) sportlich keine Vorwürfe machen. Menschlich sieht es vielleicht anders aus, aber darauf kann man halt nicht immer Rücksicht nehmen. Leider.
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country
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Beitrag von country » 20. Dez 2005, 15:14

Tatsache ist doch, daß der FSV in den letzten 10 Spielen (nach dem ersten Punktverlust in Waldgirmes) nicht mehr so souverän wie ein Tabellenführer spielen sollte, gespielt hat. Davon konnten sich gerade die KSV-Fans sowohl in "Banantal" als auch in Kassel überzeugen. Gerade das Spiel in Kassel hatte doch gezeigt, wie grottenschlecht die Mannschaft "drauf" war. Wenn Kassel dieses Spiel 5:1 gewonnen hätte, kein Mensch hätte sich beschweren können. Und gegen potentiellen Absteiger wie Steinbach, Wattenbach und Ober-Roden sich so anzustellen, daß man glauben konnte, wir, der FSV, sei der Abstiegskandidat, ist schon ein "starkes Stück". Außenstehenden mag es "merkwürdig" erscheinen, daß ein Spitzenreiter seinen Trainer angesichts 6 bzw. 9 Punkten vor der Konkurrenz entläßt. Dieser Punktvorsprung ist aber keineswegs der "Stärke" des FSV geschuldet, vielmehr haben die sogenannten, selbsternannten "Mitfavoriten" allen voran der KSV Hessen, aber auch Baunatal (von Wörsdorf mag ich gar nicht reden) in den ersten 20 Spielen kläglich versagt. Einen halbwegs konstanten KSV Hessen würde jetzt die Tabelle mit wenigstens 3 Punkten anführen. Das zeigt uns doch ganz deutlich, wie schwach diese Oberliga Hessen in dieser Saison ist, wenn eine Mannschaft, die ihre letzten Spiele so "unterirdisch" gestaltete, noch immer mit einem komfortablen Vorsprung führt. Das haben die Verantwortlichen am Hang auch so gesehen, daß das so nicht weiter gut gehen kann. Also wurde gehandelt. Ob das richtig war, wird sich zeigen. Der "Schuß" kann auch nach hinten losgehen. Gerade der KSV Hessen kann "davon ja ein Lied singen". Als Thomale gegangen wurde, wäre man anschließend fast in die LL abgestiegen. Aber garnichts machen und das Ganze "treiben" zu lassen bis der Punktvorsprung dahin ist, wäre wohl auch nicht richtig. Dann zu handeln, wäre in jedem Falle zu spät. Wie gesagt, es kann, es muß aber nicht gut gehen !

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Beitrag von SCW » 20. Dez 2005, 23:14

Die etwas andere Entlassung
Obwohl der FSV Frankfurt die Tabelle der Fußball-Oberliga souverän anführt, muss Trainer Kleppinger gehen
VON ANNETTE SEITZ

Man merkt Gerhard Kleppinger die Verbitterung deutlich an. Einfach ist es sicher nie, wenn man als Trainer den Stuhl vor die Tür gesetzt bekommt. Aber als sportlich Verantwortlicher einer Mannschaft gekündigt zu bekommen, die zur Winterpause mit sechs Punkten Vorsprung die Tabelle der Fußball-Oberliga anführt, muss noch schmerzhafter sein. Für den 47-Jährigen, der am Montag als Trainer des FSV Frankfurt beurlaubt worden war und von Michael Blättel beerbt wird, ist die Entscheidung der Bornheimer Verantwortlichen denn auch nicht nachzuvollziehen. "Mein Auftrag war es, den FSV in die Regionalliga zu führen. Jeder wusste vorher, dass das schwer wird", sagte der geschasste Coach am Dienstag. "Ich habe meine Hausaufgaben gemacht und kann die Torchancen nicht selber reinmachen. Für mich ist das eine große Enttäuschung. Ich hätte es gerne zu Ende gebracht."

Dass ihm die Mission Aufstieg gelungen wäre, hatten die Entscheidungsträger am Bornheimer Hang Kleppinger aber nicht mehr zugetraut. Nicht erst seit dem letzten Spiel vor der Winterpause in Ober-Roden, das der FSV nach desolater Leistung gewonnen hatte, müssen bei den Verantwortlichen die Alarmglocken geklingelt haben. Schon seit geraumer Zeit zeigte der Tabellenführer fürchterliche Kicks, ließ Spielfreude, Kampfeslust und vor allem jegliche Souveränität einer Spitzenmannschaft vermissen.

"Etwas stimmt nicht im Team"

"Wir waren in den vergangenen Wochen unzufrieden, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Wir haben das Ziel Aufstieg gefährdet gesehen", sagte FSV-Manager Bernd Reisig, der mahnt, die Tabellensituation unabhängig von der jetzigen Entscheidung zu sehen. "Wichtig ist, was wir gesehen haben. Und wir haben gesehen, dass etwas in der Mannschaft nicht stimmt." Kleppinger weist die Vorwürfe allerdings zurück. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen", sagt er, der die Bornheimer nach dieser Saison, wie er sagt, "so oder so verlassen hätte". Nichtsdestrotz ist Kleppinger, dem eine Anfrage aus der Regionalliga Süd vorliegt, davon überzeugt, dass dem FSV der Aufstieg gelingt. "Ich drücke jedenfalls beide Daumen."

Michael Blättel, der einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb - der Kontrakt verlängert sich um ein Jahr bei einem Aufstieg in die Regionalliga -, soll der Mannschaft die zuletzt vermisste "Energie und Leidenschaft" (Reisig) zurückgeben. Von 1998 bis 2000 stand der Fußball-Lehrer bei den Bornheimern schon einmal unter Vertrag und rettete den Traditionsverein zunächst vor dem Abstieg aus der Regionalliga. In der Folgesaison schaffte er eigentlich erneut den Klassenerhalt, musste aber wegen eines Formfehlers, der mit dem Abzug von drei Punkten geahndet wurde, doch noch absteigen. Damals, im zweiten Regionalliga-Jahr, war Kleppinger übrigens Sportlicher Leiter, Michael Blättel Trainer und Bernd Reisig Präsident des FSV.

"Wir wissen um Blättels Fähigkeiten. Er ist akribisch, fleißig, legt Wert auf Disziplin, Leidenschaft und läuferischen Einsatz", sagt Reisig. Blättel hatte schon im Sommer auf der Wunschliste der Bornheimer gestanden, als diese einen Nachfolger für den erkrankten Niko Semlitsch gesucht hatten. Weil der 45-Jährige aber damals noch beim FSV Mainz 05 als Juniorentrainer unter Vertrag stand, habe man von einer Verpflichtung abgesehen, so Reisig.

Blättel ist indes voller Tatendrang: "Ich war hier zwei Jahre erfolgreich, der FSV ist mir ans Herz gewachsen. Wann bekommt man schon mal die Chance, einen Tabellenführer zu übernehmen?" Michael Blättel will den Konkurrenzkampf wieder entfachen, um das Optimum aus den Spielern herauszuholen. "Es fängt bei Null an", sagt er.
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/sport ... cnt=773973

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