Was macht eigentlich... Thomas Kneuer

Was macht eigentlich... Thomas Kneuer

Lwen Classics

In der zweiten Folge unserer kleinen Reihe beschäftigen wir uns heute mit Thomas Kneuer. 15 Jahre, von 1982 bis 1997 trug "Howie" wie er von seinen Mannschaftskameraden genannt wurde, den Torwart-Pullover der Löwen und erlebte dabei so einiges. 

Zunächst als Talent bei den Amateuren, später war er mit dabei, als die erste Mannschaft den Bundesligaaufstieg nur knapp verpasste. Es folgten Abstiege, Aufstiege und ein Konkurs. Insgesamt spielte der aus Lohfelden stammende Kneuer 276 mal für die erste Mannschaft der Löwen und erzielte dabei ein Tor. Im Aufstiegssommer 1989 traf er gegen RW Walldorf vom Elfmeterpunkt aus.


Hallo Herr Kneuer, Sie sind beruflich stark engagiert, was machen Sie genau?

TK: Ich bin Geschäftsführer der FAHR-ZEIT Personalleasing GmbH & Co. KG, einer Zeitarbeitsfirma, die sich auf die Überlassung von LKW-Fahrern spezialisiert hat.

Trotzdem bleibt noch Zeit für den OSC Vellmar. Wie sieht dort Ihr Aufgabenbereich als Manager aus?

TK: Die Hauptaufgabe als Team-Manager besteht in dem Führen der Gespräche vor der Saison mit unseren alten und neuen Spielern. In der laufenden Saison helfe ich, wo immer es nötig ist.

Daher sieht man Sie zur Zeit im Auestadion auch recht selten?

TK: Ja , leider spielt eben der OSC Vellmar auch meist wie der KSV am Samstag oder ich spiele selbst in der Altherren-Mannschaft des OSC oder auch ab und zu in der KSV-Traditionsmannschaft.

Sie haben 15 Jahre für die Löwen gespielt und dabei vom Fast-Aufstieg in die 1. Bundesliga bis zu einem Konkurs alles miterlebt. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

TK: Es war eine tolle Zeit mit vielen Höhepunkten, aber sicher auch mancher Enttäuschung. Ich habe in der Amateurmannschaft begonnen. Eine tolle, erfolgreiche Zeit mit legendären Reisen. So waren wir zum Beispiel 1985 in China, ein tolles Erlebnis. In der Profimannschaft gab es alles. Anklopfen an die Bundesliga, Abstiege aus der 2.Liga und später die erstmalige Qualifikation für die neue Regionalliga. Unter dem Strich eine wirklich tolle Zeit.

Sie haben viele Jahre mit Hans Wulf um die Nummer eins im Tor gekämpft. Wie war eigentlich Ihr Verhältnis? So wie Olli Kahn und Jens Lehmann?

TK (schmunzelt) : Ich glaube, das kann man nicht vergleichen. Anfangs war Hans unbestritten die Nummer eins und ich konnte ganz viel von ihm lernen. Offenbar so viel, dass ich den Spieß später umdrehen konnte. Aber bis heute haben wir ein freundschaftliches und kameradschaftliches Verhältnis.

Welcher Trainer hat Sie am meisten geprägt in all den Jahren?

TK. Ich hatte viele tolle Trainer. Jürgen Nehme, Jörg Berger, Holger Brück , Franz Brungs, Karl-Heinz Wolf und Hans Ullrich Thomale. Am meisten hat mich aber Lorenz Günther Köstner beeindruckt.

Und wer war der schlechteste?

TK (lacht): So viele bleiben ja nicht übrig. Ich hoffe, ich habe keinen guten vergessen...

Sie wurden in der Mannschaft "Howie" gerufen. Wie ist es denn eigentlich dazu gekommen?

TK: Es gab in den achtziger Jahren die Fernseh-Serie "Ein Colt für alle Fälle". Dort spielte ein „Howie“ mit, der alles mögliche studiert hat. Da ich damals der einzige Student in der Mannschaft war, gaben mir meine Mitspieler Uwe Schreml und Uwe Eplinius den Namen Howie.

Wenn Sie heute für die alten Herren spielen... Wie sehr ärgert Sie es, wenn es hinter Ihnen einschlägt? So wie früher oder doch entspannter?

TK: Na ja, da ja der körperliche Zustand nicht mehr so ist wie früher, muss man einfach akzeptieren, dass auch mal einer reingeht, den man früher gehalten hat. Aber trotzdem ärgert es einen immer noch. Aber heute ist es nach dem Spiel vergessen.

 

Interview: Oliver Zehe

Veröffentlicht: 08.10.2013

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Datum des Ausdrucks: 19.01.2019