Die "Lilien" steigen auf, die "Löwen" sichern Platz zwei

FSV Braunfels - KSV Hessen 1:4 (1:0)
Nach dem vorletzten Spieltag der FFH-Oberliga-Hessen-Saison 2003/2004 ist die Meisterschaft nun auch rechnerisch entschieden: Der Titel geht an den SV Darmstadt 98, der nach dem 1:0-Sieg beim KSV Baunatal vier Punkte Vorsprung auf Verfolger KSV Hessen Kassel hat. Die "Löwen" gewannen ihr Spiel beim FSV Braunfels zwar auch mit 4:1 (0:1), doch damit konnten sie keinen Einfluss mehr auf den nun sicheren Aufstieg der "Lilien" nehmen. Immerhin sicherten sie aber den zweiten Platz, den sie wie in der letzten Saison auch in der Abschlusstabelle belegen werden.

KSV-Trainer Hans-Ulrich Thomale hatte nur eine verletzungsbedingte Änderung in der Startelf im Gegensatz zum 1:1-Unentschieden gegen den SV Erzhausen aus der letzten Woche vorgenommen: Für Julio Cesar da Rosa (Knöchelprellung) bekam Adem Usta mal wieder eine Chance vom Anpfiff an. Zu Beginn fand der KSV Hessen nur sehr schwer in die Partie. Die logische Folge war das 0:1 aus Sicht der Gäste, bereits in der 6. Minute traf Braunfels Torjäger Oliver Dönges. Auch in der Folgezeit ließen sich die "Löwen" vom engagierten Auftreten der Gastgeber beeindrucken und konnten selber in der gesamten ersten Halbzeit kaum Torchancen herausspielen.

Nach der Halbzeitpause dann ein ganz anderes Bild: Der KSV Hessen spielte jetzt endlich nach vorn und führte den FSV Braunfels, die nach dem Match als dritter Absteiger nach dem SC Viktoria Griesheim und dem Hünfelder SV feststanden, teilweise sogar vor.
Trotz einer guten Mannschaftsleistung in Halbzeit zwei war die Wendung des Spiels vor allem drei Akteuren zu verdanken: Neben Adem Usta (51. Minute & 56. Minute) und Slawomir Chalaskiewicz (65. Minute, Foulelfmeter & 72. Minute), die jeweils zweimal trafen, stach auch Tobias Nebe in den zweiten 45 Minuten aus dem "Löwen"-Team heraus. Nicht nur an einigen Toren war der Mann mit der Trikot-Nummer 28 als Vorbereiter maßgeblich beteiligt sondern er überzeugte auch als Ballverteiler im Mittelfeld.

VON MICHAEL BREHME


FSV Braunfels: Zanger (77. Kortz) - Chabou, Preuss, Wallbott - Schellhaas, Maser, Ketter, Hodzic (69. Winch), Schaub - Dönges, Tosun.

KSV Hessen Kassel: Zeljko - Radler, Schönewolf, Keim - Tews, Busch, Chalaskiewicz, Nebe (84. Steffen), Rudolph - Bauer (75. Krause), Usta (81. Cesar da Rosa).

Tore: 1:0 Dönges (6.), 1:1 Usta (51.), 1:2 Usta (56.), 1:3 Chalaskiewicz (65., Foulelfmeter), 1:4 Chalaskiewicz (72.).

Schiedsrichter: Ralf Viktora (Dillenburg).

Zuschauer: 650.


Vorläufiges Fazit der Saison 2003/2004
Auch wenn noch ein Spiel aussteht (am nächsten Samstag gastiert der SC Borussia Fulda im Auestadion) kann man schon einmal eine erste Bilanz ziehen. Es stellt sich die Frage, warum die "Löwen" auch in der zweiten Oberliga-Saison nicht über den undankbaren zweiten Tabellenplatz hinausgekommen sind. Letztendlich war sicherlich die Tatsache ausschlaggebend, dass der KSV Hessen besonders in Heimspielen zu oft patzte. Bittere, vielleicht am Ende für den Nichtaufstieg verantwortliche Punktverluste zu Hause gegen den VfB Marburg (Endstand 1:1), gegen den KSV Baunatal (2:2), gegen den SV Eintracht Wald-Michelbach (1:1) und am letzten Wochenende gegen den SV Erzhausen (1:1) hätten nicht passieren dürfen, um in der kommenden Saison in der Regionalliga Süd zu spielen.
Eines kann man den "Löwen" aber nicht absprechen: die unglaublich große Moral und der Glaube daran, Spiele auch noch in den letzten Minuten umbiegen zu können. Vor allem in Auswärtsspielen war dies eine Waffe, die in den Partien beim SV Erzhausen (Endstand 5:4), beim SV Darmstadt 98 (4:3), beim FSV Frankfurt (3:2) und beim Hünfelder SV (3:2) noch drei Punkte einbrachte.


Vorausblick auf die Saison 2004/2005
Für die kommende Saison heißt es nun einmal mehr, wieder voll anzugreifen. Sollte der KSV Hessen auch in der nächsten Spielzeit wieder oben mitspielen, könnten die stärksten Konkurrenten um den Meistertitel Regionalliga-Absteiger 1. FC Eschborn sowie der SC Borussia Fulda sein. Chancen, ebenfalls oben mitzuspielen, werden vor allem dem SV Erzhausen und dem FSV Frankfurt zugeräumt.
Was den KSV-Kader für die Saison 2004/2005 angeht, steht das Gerüst bereits. Die meisten Stützen des Teams wie Torwart Zoran Zeljko, Kapitän und Abwehrchef Thorsten Schönewolf sowie die Stürmer Thorsten Bauer und Julio Cesar da Rosa haben alle bereits einen Vertrag unterschrieben. Lediglich Spielgestalter Slawomir Chalaskiewicz - der 40-Jährige war wohl der Überraschungsspieler dieser Saison - hat sich noch nicht entschieden, ob er bleibt.
Als Abgang steht neben Silas Owusu, dessen Ziel nicht bekannt ist, bisher nur Lamont Sandiford (er wechselt zum KSV Baunatal) fest. Glaubt man Spekulationen, werden auch Ergänzungsspieler wie Nico Steffen und Ahmet Kayacik die "Löwen" verlassen. Offen ist noch, ob Rudi Istenic, der über die Saison hinweg gesehen unter den Erwartungen blieb, bleiben wird.
Auf der anderen Seite werden wie jede Saison wieder einige neue Spieler kommen. Sicher ist bereits der Wechsel von Mittelfeldspieler Daniel Beyer vom KSV Baunatal nach Kassel. Des Weiteren werden aus der 2. Mannschaft des KSV die Perspektivspieler Jost Ludwig (Mittelfeld) und André-Marcel Hellmund (Mittelfeld) in das Oberliga-Team stoßen.

Aufstellung

Veröffentlicht: 29.05.2004

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Datum des Ausdrucks: 02.03.2021