Licht und Schatten beim verdienten Löwen-Sieg am Betze

1. FC Kaiserslautern II - KSV Hessen 0:1 (0:0)
Durch einen Kopfball- Treffer von "Torschütze vom Dienst" Thorsten Bauer auf kluge Vorarbeit von Marc Arnold (69. Min.) und KSV- Konter nach Maß, gewann das Team von Trainer Matthias Hamann mit 1:0 bei den "kleinen Teufeln" des 1. FC Kaiserslautern Freitag das Flutlichtspiel auf Platz 4 neben dem Fritz- Walter- Stadion am Betzenberg. Apropos Flutlicht: das ging plötzlich in der 29. Spielminute aus, wodurch die bei Dauerregen vor 350 Zuschauern ausgetragene Partie für zwanzig Minuten unterbrochen war. Während es in dieser Zeit "schwarz" blieb, sah der überzeugende Dominik Suslik auf KSV- Seite gelb - für den Innenverteidiger die fünfte gelbe Karte, sodass der 22jährige Student im bevorstehenden Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II gesperrt ist. Mit dem neunten Saisonsieg festigten die Löwen einen einstelligen Tabellenplatz und sind gar derzeit auf Platz 7.

Die Ausgangskonstellation verhieß eine spannende Partie. Einerseits der in der Tabelle Letzte Lautern, der nach 22 Spielen bei neun Remis und 13 Niederlagen immer noch auf den ersten Saisonsieg wartet, jedoch zuletzt mit Achtungserfolgen gegen Spitzenreiter SV Wehen (0:0) und dem „kleinen TSV 1860“ (2:2 in München) aufhorchen ließ und unter dem neuen Trainer Alois Schwartz durchaus mit ansprechenden Darbietungen aus der Winterpause kam. Demgegenüber der Tabellenneunte KSV Hessen, der mit zwei Siegen und einsatzengagierten Auftritten das neue Jahr begann, seine Erfolgsserie fortsetzen wollte und mit „breiter Brust“ auf dem „Betze“ ankam, um wie im Hinspiel (2:0 im Auestadion durch Tore von Thorsten Bauer und den späten Treffer von Daniel Beyer) den Kurs auf Sieg zu navigieren.

Beim Schlusslicht gingen für 20 Minuten die Lichter aus

Die taktische Start- Formation war beiderseits identisch. Beide Trainer setzten auf zwei Viererketten. Bei Aufsteiger KSV rückte der formverbesserte Jan Fießer für den verletzten Sebastian Wojcik (Innenband- Dehnung im Knie, außerdem fehlten die erkrankten Mirko Dickhaut und Michael Mason) ins Mittelfeld, während Regisseur Marc Arnold noch mehr „Einzelkämpfer“ Thorsten Bauer zur Seite stehen sollte. Sowohl der FCK als auch der KSV legten auf gepflegtem Terrain munter los und nachdem Andreas Gaebler einen 20- Meter- Freistoß weit am KSV- Gehäuse vorbei geschossen hatte (5.), prüfte Daniel Beyer nach einer flott vorgetragenen Kombination über die agilen Denis Berger und Marc Arnold mit einem 25-Meter- Schuss erstmals FCK- Keeper Luis Robles 87.). Der Neuzugang aus den USA (einziger FCKer in der Start- Elf über 23 Jahre!) gab an diesem Freitagabend sein Heimspiel- Debüt für die Pfälzer und stellte sein Können wiederholt unter Beweis.

Was folgte war eine Großchance für Thorsten Schönewolf. Nach einer scharfen, flachen Hereingabe von links durch Denis Berger brauchte der aufgerückte KSV- Kapitän aus acht Metern freistehend nur mehr zu vollenden, versäumte es jedoch einen Tag vor seinem 34. Wiegenfest sich selbst ein Geburtstags- Geschenk zu machen (11.). Während die Löwen in dieser Phase das Spiel bestimmten, hinten nichts anbrennen ließen, in Abwehr und Mittelfeld engagiert die Zweikämpfe gewannen und Mario Klinger die Kopfball- Hoheit genoss, schied bei den Gastgebern Sturm- Hoffnung Robin Lenk frühzeitig verletzt aus (22.). Und während sich kurz darauf KSV- Keeper Oliver Adler in seiner typisch leidenschaftlichen Art noch über die „Fallsucht“ einiger „junger Teufel“ echauffierte, wurde es urplötzlich nicht nur für den „Mann in Schwarz“ zwischen den Pfosten des KSV Hessen dunkel. Beim Schlußlicht gingen die Lichter aus! Die Flutlicht- Panne soll im übrigen an der Hauptsicherung gelegen haben.

Nach zwanzigminütiger Spielunterbrechung, zuvor gespenstischer Stille im Sportpark "Rote Teufel" sowie „Schattendasein“, entkam Thorsten Bauer mit der ersten (Wieder-) Aktion seinem "Schatten". Der 29jährige scheiterte jedoch nach feiner Einzelaktion per Rechtsschuss von der Strafraumgrenze am aufmerksamen Luis Robles im Tor (32.). Der US- Amerikaner stand nur zwei Minuten später wieder im Mittelpunkt, als Robles einen Kopfball von Mario Klinger aus dem Eck „fischte“, während die mitgereisten, ca. 100 KSV- Fans bereits den Torschrei auf den Lippen hatten.

Schulmäßiger Konter bringt "Tor des Abends"

In der Schlussphase vor der Halbzeitpause deuteten die Schwartz- Schützlinge auf der Gegenseite an, warum sie am Freitagabend zwei Wochen zuvor Spitzenreiter SV Wehen am Rande einer Niederlage kommen ließen. Einmal musste Michael Kümmerle mal wieder seine Übersicht und Abgeklärtheit unter Beweis stellen, als der 27jährige Linksverteidiger eine brenzlige Strafraumsituation bereinigte und dann war Oliver Adler bei einem Drehschuss von links durch den Ex- Baunataler Sergej Neubauer auf dem Posten und am Pfosten im Eck. Für die Freunde der Statistik: es begab sich zu dieser Zeit, unmittelbar vor dem Pausenpfiff des Wiesbadeners Welz, dass Dauerbrenner Turgay Gölbasi nach 2020 Spielminuten in dieser Saison nonstop für ein vermeintliches Foulspiel seine erste gelbe Karte erhielt, was den 24jährigen Rechtsverteidiger jedoch nicht davon abhielt, weiterhin unverdrossen abgezockt und tadellos sein Leistungsvermögen abzurufen und in einer geschlossen auftretenden KSV- Mannschaft für viel Licht zu sorgen.

Und Turgay Gölbasi wurde auch nach Wiederbeginn der Urheber zum „Tor des Abends“. Überhaupt sollte diese Szene, an der vier KSVer tatkräftig beteiligt waren, symptomatisch für jene Entschlossenheit und den Siegeswillen der Hamann- Mannen in dieser Partie stehen. Im eigenen Strafraum (und zwar links!) bereinigte zunächst Turgay Gölbasi eine Angriffsaktion des Gegners. Dann setzte sich "6er" Mario Klinger dank seiner Sprintqualitäten (noch in der eigenen Hälfte) energisch gegen einen Lauterer durch, sodass Marc Arnold an den Ball kam. Der 36jährige Denker und Lenker der Löwen schaltete routiniert und "in den nächsten Gang", drang entschlossen in des Gegners Strafraum ein, um souverän mit Tempo- Kontrolle die Übersicht zu bewahren und in der Mitte Thorsten Bauer mustergültig mit einem gefühlvollen Flankenball zu bedienen. Der KSV- Torjäger wiederum legte seine geballte, ureigene Willenstärke in den Kopfball und wuchtete die Lederkugel – gegen die Laufrichtung des machtlosen Keepers Robles – im Hechtsprung in die Maschen. Für die anwesenden Fußball- Lehrer Wolf (Trainer des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern) und Fanz sicher ein Konter aus dem ihnen bestens bekannten Fußball- Lehrbuch, ein "Licht- Moment" für die Löwen und für Thorsten Bauer nebenbei der bereits zwölfte Saisontreffer.

Raum für Konter nicht konsequent genutzt

Während sich nach dem Führungstor der Löwen die tapferen Lauterer gegen die drohende Niederlage aufbäumten und die Hintermannschaft entblößten, versäumten es die Gäste in der Schlussviertelstunde den sich bietenden Freiraum bei Kontern effektiv zu nutzen. Ob Marc Arnold, der freistehend bei seinem Rechtsschuss im Strafraum abgeblockt wurde, oder der eingewechselte Bulut Aksoy bei seinem Flachschuss von der Strafraumgrenze (Endstation Robles!), da war mehr drin und…eine frühere Entscheidung zugunsten des KSV Hessen. So kam es wie es Löwen- Anhänger ja noch aus dem „Fußball-Highlight 2006“ kennen, als die Löwen im Saison- Finale im Mai letzten Jahres beim FSV Frankfurt (Manager Reisig war übrigens Freitagabend zu Gast am „Betze“) Bauers 1:0-Tor kurz nach dem Seitenwechsel dank aufopferungsvoller Abwehrarbeit und den Paraden von „Titan“ Oliver Adler „ins Ziel“ retteten. Vorne "Löwen- Lichtblick" Thorsten Bauer, hinten "Löwen- Lichtgestalt" Oliver Adler, inmitten einer verschworenen Gemeinschaft um die weiteren, pflicht- und verantwortungsbewussten Achsen- Träger Thorsten Schönewolf und Marc Arnold. Auch diesmal bewahrte der 39jährige KSV- Schlussmann mit prächtigen Paraden gegen die Schüsse von Timur Özgöz (75.) und des aufgerückten Abwehrchefs Sandro Rösner (88.) sein Team vor einem unliebsamen Ausgleichstor, sodass der fünfte Auswärtssieg (der zweite in Folge und „zu Null“) verbucht werden konnte.

Zur Lage:

Mit drei Siegen in Folge und somit 33 Zählern auf der Habenseite ist der KSV Hessen nicht nur mit einer optimalen Ausbeute aus der Winterpause gekommen, sondern auch dem angepeilten Ziel Klassenerhalt binnen zwei Wochen zügig sehr Nahe.

Motivation genug für Mannschaft und Trainer, mit professionellem Wirken da weiter zu machen, zumal mit Blick auf die nächsten Aufgaben (auch in Erinnerung an die Hinspiele) – VfB Stuttgart II (Sa.,, 17. März, 14.30 Uhr, Auestadion), in Ingolstadt (Freitag, 23. März, 19 Uhr), Darmstadt 98 (Ostersamstag, 7. April, 14.30 Uhr, Auestadion) und beim SC Pfullendorf (Sa., 14. April, 14.30 Uhr) Zusatz- Anreize (!) gegeben sein sollten und momentan neben der prächtigen Einstellung in fußballerischer Hinsicht noch „Luft (und Lust) zur Leistungssteigerung“ existiert.

KOMMENTARE ZUM SPIEL:

Alois Schwartz (Trainer 1.FCK II): "Glückwunsch an den KSV. Der Sieg war nicht ganz unverdient. Der KSV hat einige reifere Spieler, die heut den Ausschlag gaben. Wir waren heute nicht so präsent wie beim Heimspiel gegen den SV Wehen. So ein Gegentor darf man natürlich nicht bekommen, durch einen Konter daheim."

Matthias Hamann (Trainer KSV): "Mit einem Sieg komme ich natürlich gern hier zurück. Ich bin froh, was die Mannschaft in den letzten vierzehn Tagen geleistet hat und stolz auf sie. Wieder drei Punkte, insgesamt neun in drei Spielen in Folge. Damit sind wir bei 33 Zählern und dem Klassenerhalt, was nachwievor unser vorrangiges Ziel bleibt, ein großes Stück näher gekommen."

STATISTIK

1. FC Kaiserslautern II: Robles - Gaebler, Rösner, Henn, Seibert (84. Hesslein) - Werner (65. Deho), Lehmann, Neubauer, Klasen - Nazarov - Lenk (22. Özgöz). Trainer: Alois Schwartz.

KSV Hessen Kassel: Adler - Gölbasi, Schönewolf, Suslik, Kümmerle - Beyer (80. Busch), Klinger, Fießer, Berger (88. Schwager) - Arnold - Bauer (85. Aksoy). Trainer: Matthias Hamann.

Weitere KSV- Ergänzungsspieler: Seeger (ETW), Cesar da Rosa, Wagner.

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden) - Zuschauer: 350.

Tor: 0:1 Thorsten Bauer (69.)

Gelbe Karten: Lehmann (56., Foulspiel), Deho (67., Foulspiel) - Suslik (14., Foulspiel), Gölbasi (44., Foulspiel), Kümmerle (54., Foulspiel).

Besondere Vorkommnisse: In der 29. Spielminute musste das Spiel wegen dem Ausfall der gesamten Flutlichtanlage für 20 Minuten unterbrochen werden und wurde dann mit einem Schiedsrichterball im Strafraum des 1. FC Kaiserslautern II fortgesetzt.

Herbert Pumann - KSV- Pressereferent

Kaiserslautern/Kassel - 9./10. März

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Veröffentlicht: 09.03.2007

© KSV Hessen Kassel e.V.
Datum des Ausdrucks: 05.12.2019