Nach Keims Treffer Wirbel um Busch

KSV KLEIN KARBEN - KSV HESSEN
Es ging um relativ wenig im Spiel zwischen dem KSV Klein-Karben und dem KSV Hessen Kassel (1:1).
Und doch wurde der an sich friedliche Nachmittag auf dem Günther-Reutzel-Sportfeld von einem sehr unschönen Zwischenfall überschattet. Kassels Sebastian Busch beschimpfte seinen Gegenspieler Abdelkader Jellouli kurz vor Schluss angeblich als "Drecksausländer".

"Das kann und darf keine Normalität sein", stellte Kassels Trainer Bernd Sturm später sichtlich geschockt klar. Er selbst habe die Äußerung seines Mittelfeldspielers zwar nicht mitbekommen, versprach aber Aufklärung. Busch selbst sei zwar "manchmal hitzig", aber auf keinen Fall ein Mensch, bei dem eine solche Entgleisung einen rassistischen Hintergrund habe. Wenn er die Äußerung denn getan habe, müsse er sich selbstverständlich entschuldigen. Eine vereinsinterne Sperre schloss Sturm aber bereits vor einem klärenden Gespräch mit seinem Spieler aus.

Schließlich habe der KSV selbst "nicht nur Deutsche in der Mannschaft", und viele Akteure würden sich zu der Aktion "Stand up - Speak up" bekennen, einer Initiative zur Bekämpfung von Rassismus im Fußball. Schiedsrichter Unsleber (Reinhein), der sich in unmittelbarer Nähe des "Tatorts" aufhielt, ahndete den Vorfall übrigens nicht. Busch selbst war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

Zum Spiel hatte Sturm wenig zu sagen. "Ich bin enttäuscht, denn wir wollten drei Punkte mitnehmen", bekannte er. Die Führung durch Christoph Keim, bei dessen angeschnittenem Freistoß der Ball an Freund und Feind vorbei ins Netz segelte (49.), hatte ganze zwei Minuten Bestand. Nach einem indirekten Freistoß im Löwen-Strafraum traf Karbens Angreifer Yasaroglu die Mauer, der Ball kam zu Hafid Eljazoulin, und der staubte mit seinem ersten Oberliga-Tor zum 1:1 ab.

<i>(HNA-Sportredaktion, 29.03.2005)</I>

Veröffentlicht: 29.03.2005

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Datum des Ausdrucks: 06.12.2019