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Entschädigung für viele Rückschläge
Der FSV Frankfurt sichert sich so früh wie vor ihm noch kein Team den Titel in der Oberliga Hessen
VON ANNETTE SEITZ
Meisterchor
+ Meisterchor (Storch)
Renato Levy stellte die Sektflaschen bereit, Markus Gaubatz griff sich schon mal ein T-Shirt mit der Aufschrift: Regionalliga - wir kommen. Als alle kurz vor dem Abpfiff der Partie der Fußball-Oberliga Hessen zwischen dem FSV Frankfurt und Buchonia Flieden die Meisterfeier der Bornheimer vorbereiteten, saß einer versunken auf seinem Plastikstuhl in der Coaching Zone: Tomas Oral, Trainer des FSV, der am Samstag nach dem ungefährdeten 3:0 (1:0)-Sieg gegen Flieden vorzeitig Meister wurde, begab sich im größten Moment seiner Trainerkarriere für einige Momente in die innere Emigration. "Da sind mir tausend Dinge durch den Kopf gegangen. Welche Hindernisse und Hürden wir auf unserem Weg hatten und wie wir gelitten haben", bekannte Oral später, gleichsam entspannt wie durchnässt nach der obligatorischen Sektdusche.
Sieben Jahre hat der FSV Frankfurt auf diesen Moment warten müssen, der am Samstag durch die Treffer von Thomas Brendel (35./67.) und Sead Mehic (63.) realisiert wurde. Auch wenn der Aufstieg wegen des kollektiven Verzichts der Konkurrenz auf den Antrag für die Regionalliga-Zulassung schon seit Wochen feststand - die Meisterschaft und damit der gefühlte Aufstieg wurde erst am Samstag klar gemacht. Und dementsprechend gefeiert. "Ein geiles Gefühl", fand etwa Vizepräsident Walter Schimmel, während Manager Bernd Reisig in den Minuten nach dem Abpfiff auch an den steinigen Weg bis zum Ziel dachte. "Natürlich gehen auch die Bilder durch den Kopf, welche Rückschläge wir hinnehmen mussten. Andere Vereine wären daran zerbrochen."
Gleich einige Täler der Tränen mussten die Bornheimer durchschreiten in den langen Jahren in dieser ungeliebten Oberliga, angefangen vom Zwangsabstieg aus der Regionalliga im Jahr 2000 wegen eines Regelverstoßes bis hin zum verlorenen Finale der Oberliga gegen den KSV Hessen Kassel in der vergangenen Saison: Die Leidensfähigkeit der Bornheimer Anhänger und Funktionsträger war zwangsläufig ausgeprägt. "Ich bin glücklich für das Umfeld, Präsidium und insbesondere für Tommy", erklärte Reisig. Dieser "Tommy", Tomas Oral, dem als ehemaliger Spieler viel Skepsis bei seiner Inthronisierung vor der Saison entgegengeschlagen war, weiß dann auch, dass der Kredit, den er sich als Trainer jener Mannschaft erarbeitet hat, die den Titel so früh wie keine Mannschaft zuvor in der Oberliga eingefahren hat, in der Regionalliga schnell wieder aufgebraucht sein kann. Zumal bei dem kritischen Umfeld des FSV. "Ich habe gelernt, dass es hier ganz schwer ist, die Leute zufrieden zu stellen", resümierte Oral, der nach eigener Aussage "gereift" aus der Saison hervor geht. "Wir haben es in einer sensationellen Geschwindigkeit geschafft, eine Einheit zu werden." Was zweifellos ein Schlüssel des Erfolges gewesen sei.
Längst haben Reisig und Oral die Weichen für die Regionalliga gestellt, vier Neuzugänge sollen mittlerweile verpflichtet worden sein, sechs oder sieben sollen es insgesamt werden. Vor allem müsse sich mit erfahrenen Spielern verstärkt werden, betont Oral, "damit wir mit dem Druck umgehen können." Denn der wird in der neuen Saison, in der man ja die Qualifikation für die dritte Liga schaffen will, groß werden. "Die schweren Zeiten, die kommen schon wieder", sagte FSV-Präsident Michael Görner
"Wir" kaufen uns mal eine neu Mannschaft. Am besten alles Profis... "Wir" haben es ja...
Auf der einen Seite ist da, dass muss ich ja zugeben, ein wenig Neid, auf der anderen Seite muß man sagen: Sollte es so kommen kann man nur "Söldnertruppe" sagen....
Aber ansonsten: Hut ab: Ihr und Chelsea habt eins gezeigt: Auch mit Geld kann man sich Erfolg erkaufen.