Matz Nochtgren hat geschrieben:Ich war schon von klein auf KSV Fan u werde es immer bleiben. es ist der bekannteste Fußballverein in unserer region.
bei meinem 1. spiel im auestadion war ich mit meinem vater u meinem bruder gegen Hanau....keine ahnung in welchem jahr...evtl weiß hier jemand in welchen jahren wir gegen hanau gespielt haben...ende 70er anfang 80er glaube ich...
Danke Matz, für diese Steilvorlage. Da klinke ich mich doch gern mal wieder hier im Forum ein. Ad hoc fallen mir da drei Spiele ein, die es allesamt in sich hatten:
Entweder es war das grandiose 6:1 kurz vor Weihnachten ´76. Hanau kam - glaube ich - als ungeschlagener Spitzenreiter und nach der derben Klatsche war die sehr junge, neu zusammengestellte KSV-Truppe dann Herbstmeister - eine Sensation damals, mit dieser Bubi-Truppe sowas zu erreichen. Trainer Gyula Toth tanzte bei jedem KSV-Tor wie ein Bekloppter vor der Tribüne umher und seine billige Kunstpelzjacke (sah aus wie ein umgenähter Flokati) wedelte wie wild im Winterwind umher. Ich erinnere mich deswegen so genau an dieses Spiel auf schneebedecktem Boden, weil Baunatal gerade in die 2. Liga aufgestiegen war, die räudigen Köter von Klassenkameraden wie die Bekloppten zu denen ins Auestadion pilgerten (Wendehälse gab´s schon damals) und der KSV zum ersten Mal in seiner Historie nur die Nr. 2 in der Region war. Ein Neuaufbau musste her. Um ein paar Routiniers wie Habedank, Hansmann und Abbé und dem reaktivierten Lothar Guth im Tor wurden junge Spieler aus der eigenen Jugend und den unteren Ligen der Region verpflichtet, die wirklich tollen Fußball spielten. Vom positiv Bekloppten an der Seitenlinie immer wieder nach vorn gepeitscht. Im Vergleich zu Gyula Toth von damals ist der BVB-Kloppo von heute an der an der Seitenlinie ´ne schlappe Schlaftablette. Leider wurde´s damals nix mit dem Aufstieg in die 2. Liga, weil in der Rückrunde mehr verletzte Spieler im Krankenhaus oder in der Reha waren als auf dem Trainigsplatz. Sogar der gute, alte Alfred Resenberg wurde noch einmal aus dem Vorruhestand geholt, um hinten auszuhelfen. Und am Schluss war es mal wieder Bürstadt, die damals Meister wurden. Was gingen mir die damals auf den Senkel. Auf keiner Straßenkarte verzeichnet aber uns ständig in die Suppe spucken - die Hoffenheimer der 70er und 80er. Heute spielen die Kreisliga. Gut so.
Oder Matz hat das Spiel im Jahr darauf gesehen, also Herbst ´77. Ich glaube, beide, der KSV und Hanau 93, hatten bis dahin alle Spiele gewonnen und beim Spitzenspiel im Auestadion gabs für uns ´ne derbe Klatsche. 1:5 oder so. Einzelheiten weiß ich nicht mehr. Jedenfalls war die zu sehr verjüngte Truppe total überfordert - kein Hansmann, kein Habedank und kein Resenberg mehr, die Thorsten Bauers der 70er Jahre waren nicht mehr gut genug und so landete die Bubitruppe abgeschlagen auf Platz 6 oder 7 in der Hessenliga - damals der absolute Tiefpunkt: Drittklassig und dann noch nicht mal im Aufstiegsrennen dabei.
Danach gab´s wieder ´ne Zäsur im Kader. Routiniers wie Klaus Zaczyk, Gerd Grau und der legendäre Helmut Hampl kamen zum KSV. Wir knallten sie (fast) alle weg, hatten am Schluss weit mehr als 100 Tore geschossen, die (fast) beste Punktausbeute aller Drittligisten - nur einer war damals besser in Deutschland: Die zuvor gleich wieder abgestiegenen Bürstädter - es war ein Kreuz mit denen
Oder Matz hat das 3:2 im Jahr darauf gesehen, also 79/80. Wir lagen bis zur 80. oder 85. gegen Hanau mit 0:2 hinten. Dann schaffte Zaczyk den Anschluss, und der frisch von Osnabrück geholte Greif machte noch zwei Buden. 3:2 gewonnen. Und am Ende der Serie gab es endlich den ersehnten Aufstieg in die 2. Liga. Vor Baunatal und Bergshausen (die waren damals wirklich vorn dabei), vor Hanau und all den anderen Truppen aus Süd- und Mittelhessen.
Sechs erbärmlich lange Jahre in der Hessenliga überstanden, später eine geradezu widerwärtige Zeit mit dem FC Hessen erlebt und erlitten. Wer wie ich als KSV-Fan einen Gerd Welz überstanden hat, kann sich über einen Seppl Lepore nicht wirklich aufregen. Und wer die Kuhnerts, Nehmes, Elmar Müllers und Co. auf den Trainerbänken hocken sah, kann sich auch mit einem Christian Hock arrangieren. Das Bemühen um ehrliche Arbeit im Sinne meines KSV mag ich weder einem Lepore noch einem Hock absprechen. Und deswegen gehe ich weiter ins Auestadion - und zwar immer dann, wenn ich beruflich oder privat im Norden zu tun habe und meine Reisepläne am Spielplan des KSV orientieren kann. Gegen Pfulle wird es endlich wieder soweit sein.