Gazza hat geschrieben:Aber glaubst du, dass das langfristig Erfolg hat? Ich bin mir nicht sicher. Spätestens wenn Kaiserslautern im Zentralstadion aufläuft und Chemie einen Tag drauf zum "Spitzenspiel" den VfB Auerbach empfängt, werden sich die Kräfteverhältnisse verschieben.
Das (ich nenne es mal so) "Problem" sind die Zuschauer. Der DFB hat (irgendwie ja auch nachvollziehbar) eher Interesse an einer lieben, braven Yuppie-Familie, die ordentlich den viel zu teuren Eintritt latzen, Cola, Bretzel, Wurst und Eis konsumieren und danach, mindestens um einen Fan-Artikel reicher, sich wieder nach Hause verkriechen, als auf die Hool-Horden von Lok, für die man selbst in Liga 9 noch mehrere Hundertschaften benötigt (ich hoffe, man sieht mir die etwas überspitzte Darstellung nach).
Ich sag mal so, wenn Makranstädt zusätzlich zu einem Durchmarsch noch hochattraktiven Fussball spielt und auch einige namhafte Stars an Bord hat, ist es fast unmöglich die Wanderungsbewegungen aufzuhalten. Immer nur Auerbach oder Jena II, das hält nicht jeder dauerhaft aus.
In Wolfsburg, lange als graue Maus verschrien, kamen z. B. jahrelang auch nur 15. - 17.000, davon 1/4 Gästefans. Jetzt plötzlich triffst du komischerweise überall VfL-Fans, die natürlich "seit Jahren hingehen".
Ich sag immer die Zahl der Fans verhält sich parallel zur Leistungskurve der Mannschaft. Leider sind es m. E. vor allem die jüngeren/jugendlichen Fans, die ihren aktuellen Verein wie eine heiße Kartoffel fallen lassen würden, wenn es irgendwo in erreichbarer Nähe was besseres gibt. Wer mit seinem Team noch nix prägendes erlebt hat, der fackelt da nicht lang. Lässt sich nur aufhalten, wenn das Projekt stagniert und Lautern den RasenBall 5:0 abschiesst.
Auf der einen Seite kann ich die Zuschauer ja noch verstehen, denn jede Stadt hätte gerne einen Erst- oder guten Zweitligisten als Aushängeschild. Es tut schon etwas weh, wenn man im Urlaub im KSV-Trikot auf der mallorquinischen Promenade langläuft und dann kommen da irgendwelche BVB- oder Bayern-Nasen und fragen welche Sportart das denn ist.
Auf der anderen Seite ist dieses Verhalten nichts weiter als sich ins gemachte Nest zu setzen. Nicht nur beim Fussball eine ziemlich asoziale Angewohnheit, deswegen klar abzulehnen. Erfolge kann man nur wirklich auskosten, wenn man was dafür getan hat.