Eschborn verliert 1.Spiel in Waldgirmes

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Michi

Beitrag von Michi » 9. Aug 2004, 12:15

Neuling SC Waldgirmes schlägt Titelanwärter 1. FC Eschborn nach 0:2 noch 3:2
<b>Ein "historischer Sieg" dank Stroh-Engel</b>
09.08.2004

Von Alexander Fischer -

Am Ende griff der Trainer ganz tief in das Repertoire dessen, was er allmorgentlich als Geschichtslehrer an der Wetzlarer Eichendorff-Schule den Jungs und Mädels zu vermitteln versucht: "Es war ein historischer Sieg", zeigte sich Studienrat Willi Wagner überglücklich. "Denn was wir alle heute hier erlebt haben, das kommt so schnell nicht wieder." Nämlich einen der ganz Großen der Branche mit begeisterndem Fußball aus den Angeln zu heben. "Daran werden wir uns sicher alle noch lange erinnern." Mit 3:2 (1:2) feierte der SC Waldgirmes gestern Abend nicht nur eine mehr als gelungene Rückkehr in die Oberliga Hessen, sondern unterstrich mit dem "Dreier" gegen Titelanwärter 1. FC Eschborn auch deutlich, dass die Elf aus der Lahnaue mit der aus der Abstiegssaison von vor zwei Jahren nichts mehr gemein hat.

"Hut ab vor dieser Truppe", strahlte auch der Sportliche Leiter Frank Kirch mit der Sonne um die Wette, als der Neuling einen frühen und zu diesem Zeitpunkt auch verdienten 0:2-Rückstand durch zwei Treffer des vom Regionalligisten SV Wehen gekommenen Saber Ben Neticha (1., 11.) nicht nur weggesteckt, sondern am Ende noch in einen Heimerfolg gedreht hatte. "Erst haben sie über uns gelacht, später aber vor uns gezittert", war Wagner stolz auf seine Jungs, die von Minute zu Minute ihren Respekt vor der mit Profis und Ex-Lizenzspielern nur so gespickten Elf aus dem Main-Taunus-Kreis ablegten. Als der Ex-Wetzlarer Steven Hassler nach einer guten halben Stunde im dritten Anlauf, nachdem Fabio Eidelwein und Dominic Stroh-Engel an Sven Schmitt gescheitert waren, das 1:2 markierte, kippte die Partie endgültig. "Von da ab hatten wir alles under control", wagte Wagner einen Ausflug in ein ihm eher fremdes Fach, um im Stile eines Sportlehrers zu ergänzen: "Läuferisch und kämpferisch haben wir überzeugt und deshalb auch verdient gewonnen." Dass der 53-Jährige mit der Einwechslung von Stroh-Engel für den im Mittelfeld gegen den Jordanier Akram Abdel Hag etwas überforderten Kai Frenz genau das richtige Näschen hatte, wollte Wagner nicht überbewerten: "Gino Riccitelli hat Abdel Hag abgemeldet und wir durch Stroh-Engel an Lufthoheit gewonnen", analysierte der ehemalige Klasse-Libero des damaligen Zweitligisten SV Darmstadt 98 nüchtern. Dem Schüler aus Burgsolms blieb es vorbehalten, für die Entscheidung zu sorgen. Nach einem der zahllosen weiten Einwurf-Flanken von Markus Bloß, der FCE-Regisseur Michael Anicic kaum Freiheiten gewährte, verlängerte Steven Hassler den Ball direkt vor die Füße von Stroh-Engel, der sich nach einer knappen Stunde mit dem 2:2 bedankte. Als 15 Minuten vor dem Ende der Ball nach einer Ecke von Gino Riccitelli und einer Ablage von Martin Stengel erneut bei Dominic Stroh-Engel landete, ließ sich der in drei Wochen erst in Klasse 13 kommende Abiturient nicht zweimal bitten und vollendete kaltschnäuzig. Der Jubel der 1000 Fans in der Lahnaue kannte keine Grenzen, der Favorit war aus den Angeln gehoben.

"So dürfen wir uns nicht präsentieren"

Was Klaus Scheer, der Trainer der Gäste, auch neidlos anerkannte: "So dürfen wir uns nicht nochmal präsentieren", war der 53-jährige ehemalige Mittelfeldspieler des FC Schalke 04 und des 1. FC Kaiserslautern mächtig sauer. "Im Kopfballspiel waren wir total unterlegen, alles, was bei uns in den Strafraum segelte, war brandgefährlich. Wir brauchen dringend noch eine Verstärkung für die Deckung." Und seinen Jungs gab Scheer gleich mit auf den Weg: "Wer glaubt, aus dem Stand zum Erfolg kommen zu können, ist in der Oberliga fehl am Platz." Ganz im Gegensatz zum SC Waldgirmes, der deutlich machte, die Klasse zu bereichern.

Waldgirmes: Kässmann - Vollmer - Hull, Weinecker - Frenz (21. Stroh-Engel), Bloß, Riccitelli, Schäfer (67. Stengel), Siner (85. Schmidt) - Eidelwein, Hassler.

Eschborn: Schmitt - Ochmann (76. Keskin), Kaymak, Gaubatz, Uwe Bindewald (46. Timo Leifermann) - Abdel Hag, Dworschak, Anicic, Daga (64. Klandt) - Ben Neticha, Mehic.

Schiedsrichter: Langhammer (Königstädten) - Tore: 0:1 Ben Neticha (1.), 0:2 Ben Neticha (11.), 1:2 Hassler (33.), 2:2 Stroh-Engel (59.), 3:2 Stroh-Engel (75.) - Zushauer: 1000 - gelbe Karten: Frenz, Schäfer (Waldgirmes), Kaymak, Abdel Hag, Anicic, Gaubatz (Eschborn).

D. RWS82
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Beitrag von D. RWS82 » 9. Aug 2004, 12:27

Dies wird nicht die einzigste Niederlage für Eschborn sein,weitere werden folgen :P ,wenn jetzt der Scheer schon wieder nach Verstärkung schreit,ist doch ein armes Zeugniss!

Norbert Strauch
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..Eschborn: "Wir brauchen dringend noch Verstärkung&quo

Beitrag von Norbert Strauch » 9. Aug 2004, 13:44

... also jetzt werde ich mir langsam sicher, dass Eschborn dieses Jahr keine Übermannschaft ist und auch nicht wird. Die glauben ja tatsächlich, dass man den Erfolg einzig und allein erkaufen kann. Nach dem Motto. noch `nen bundesligaerfahrenen Defensivspieler gekauft und das wars mit dem Aufstieg: Lächerlich !!

Und noch eine kleine Prognose: Ich glaube nicht, dass dieser Trainer bei solchen Sprüchen in Eschborn das Saisonende erlebt, wahrscheinlich haben die Verhandlungen mit Felix Magath und Giovanni Trappatoni bereits begonnen.... :wink:

Lämmi
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Beitrag von Lämmi » 9. Aug 2004, 16:11

Oh ja der FC Arcor muss sich auf jeden Fall noch verstärken
Sonst geht das dingen in die Hose
Und spätestens jetzt sollten alle Mannschaften in der Oberliga Hessen gegen den FC Arcor 150% geben.
Und nicht nur gegen uns :D

RWG Lämmi

Krugster
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Beitrag von Krugster » 9. Aug 2004, 19:05

Auch wenn ich denke, dass dies die vorerst letzte Niederlage von Arcor war. Wichtig ist, dass sie verloren haben und jetzt jeder in der Liga gesehen hat: Es geht.

Damit ist auch die Angst vor dieser Truppe weg. Jede Mannschaft kann man schlagen.
Eine Ecke ist ein halbes Tor.

Michi

Beitrag von Michi » 10. Aug 2004, 11:21

Hier noch mal ein Nachbericht aus der Frankfurter Rundschau:

<b>Unerklärliche Lustlosigkeit</b>
Nach der Auftaktniederlage des Oberliga-Favoriten 1. FC Eschborn denkt Trainer Klaus Scheer über Konsequenzen nach

VON SEBASTIAN GEHRMANN

Das obligatorische Nachbohren, die berufsbedingte Suche nach möglichen Erklärungen zehrte auch gestern an den Nerven des Enttäuschten. Nicht wieder diese Frage, die Klaus Scheer nicht mehr hören kann, bei der sich ihm sofort die Nackenhaare aufstellen: "Wie können Sie sich das Verhalten Ihrer Mannschaft nach der frühen 2:0-Führung erklären?" Kurze Pause, ein Räuspern, der wunde Punkt scheint getroffen. Scheer klingt pampig, zischt: "Kann ich nicht erklären. Da sind Dinge passiert, die ich selbst in der Aufbereitung nicht erklären kann."

Nur der Vollständigkeit halber: Am frühen Sonntagabend, das Oberligaprogramm der schon vor Rundenbeginn zu Statisten degradierten Konkurrenz war bereits absolviert, betrat endlich der turmhohe Favorit, der erste Fußballclub Eschborn, den Sportplatz in Waldgirmes, um den dort heimischen SC 1929 standesgemäß auseinander zu pflücken. Bereits nach zehn Minuten führte der Regionalliga-Absteiger mit 2:0, um anschließend dem Begriff Sommerkick alle Ehre zu machen, den Faden und am Ende sogar das Spiel zu verlieren (2:3). Überheblich, lustlos, peinlich, schimpften die, die bei kühlem Gerstensaft in der prallen Sonne standen. Trainer Scheer hingegen, seit Sommer für das ehrgeizige Projekt Wiederaufstieg verantwortlich, vermisste bei den Seinen "die Leidenschaft", wohingegen der Außenseiter "die dritte Luft bekam", es mit hohen Bällen probierte und den erwartet Unschlagbaren den Schrecken nahm. Die durch die Bank nicht gerade hoch gewachsenen Gäste verloren ein Kopfballduell nach dem anderen. "Dann hast du keine Chance", musste Scheer konstatieren.

<b>Bereits nach dem vorsaisonalen Test gegen die Offenbacher Kickers hatte der neue Mann an der Seitenlinie das Fehlen eines kopfballstarken Abwehrhünen moniert, der nun spätestens bis zum Ende der Wechselperiode (am 31. August) verpflichtet werden soll. "Es ist noch Platz im Budget", so Scheer. Einen entsprechenden Kandidaten auf die freie Stelle gibt es hingegen - zumindest offiziell - noch nicht. Für die peinliche Auftaktniederlage in Waldgirmes jedoch allein fehlendes Körpermaß verantwortlich zu machen, wäre ohnehin zu billig.</b>

Scheer verlangt von seinen Kickern bedingungsloses Pressing, fordert eine hohe Laufbereitschaft, um stets so auftreten zu können, wie das in den ersten 20 Minuten am Sonntag der Fall war. "Da haben die Zuschauer doch schon Wetten abgeschlossen, ob das Spiel vier oder fünf zu null ausgeht." Und vielleicht haben einige sogar wirklich ein paar Euro verloren, weil wohl niemand mit der Lustlosigkeit der restlichen 80 Minuten gerechnet hatte. Gleiches gilt für den ernüchterten Übungsleiter, der nun vor dem morgigen Heimspiel (19.30 Uhr gegen Viktoria Aschaffenburg) über mögliche Konsequenzen nachdenkt: "Ich muss mir überlegen, welche Spieler das System umsetzen können und welche nicht." Scheer glaubt sich am längeren Hebel, "weil ich Alternativen habe".

Auch wenn bekanntlich noch 33 Spiele bleiben, es selten Sinn macht, so früh schon an Prognosen zu stricken, - fest steht: Ähnliche Fehltritte wird sich das Team in naher Zukunft kaum erlauben können, zu groß ist bekanntlich die Gefahr, dass sich Negativerlebnisse selbstständig machen, zum Trend werden und anschließend nur schwer zu stoppen sind. Dazu gilt es auch im Umfeld für Ruhe zu sorgen, was ebenfalls nicht einfach erscheint bei Meldungen wie dieser: <b>Am Wochenende ist Schatzmeisterin Cornelia Böttcher wegen angeblich zu hoher beruflicher Belastung von ihrem Amt zurückgetreten.</b>

KSV-Jens
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Beitrag von KSV-Jens » 10. Aug 2004, 11:50

Ich habe noch einen Fanbericht über das Spiel Waldgirmes - Eschborn gefunden. Der ist ein bißchen "anders" geschrieben, vermittelt aber einen sehr guten Eindruck, was da wohl auf dem Rasen gelaufen ist.

Quelle: http://www.oberligen.de (Forum)
Autor: GAGA

------ Kopie des Beitrags von GAGA ------

Mein besonderer Dank für diesen Sonntag geht an den Hessischen Fußball Verband, der einer Spielverlegung der Partie Waldgirmes gegen Eschborn auf 18:00 Uhr zustimmte, weshalb ich die Oberliga Hessen am Sonntag mit der Begegnung Marburg - Ober-Roden im Doppelpack erleben durfte. Nicht vergessen bei meiner Danksagung möchte ich aber meine Frau, die für einige Tage ihren längst überfälligen Besuch bei ihrer Schwester in der Eifel tätigte, und sich dabei auch noch der Kids ermächtigte.

Die Spielberichte sind ausnahmsweise mal nicht chronologisch ausgerichtet, sondern, wegen der etwas anderen Form der Berichterstattung für das Waldgirmes Spiel habe ich dieses nach vorne geholt.

Nach dem Spiel in Marburg begab ich mich schnell zu meinem Auto, um zügig die etwa 40 Kilometer zum zweiten Spiel des Tages nach Waldgirmes in Angriff zu nehmen. Vor Ort angekommen entdeckte ich, dass sich dort seit meinem Besuch aus dem Vorjahr einiges getan hat. So wich die Naturtribüne einer fünfstufigen Aufpflasterung mir einer Betoneinfassung, was die Standsicherheit beträchtlich erhöht. Die Bauarbeiten auf dem Nebenplatz wurden inzwischen auch beendet, weshalb die Einheimischen inzwischen über einen Trainingsplatz auf Kunstrasen verfügen.

Die für die Verhältnisse in Waldgirmes recht ansehnliche Kulisse halte ich mit 1000 zwar für etwas hoch gegriffen, ist mit gefühlten 800 aber dennoch stattlich. Die etwa 300 mitgereisten Eschborner Fans quittieren derweil vor Spielbeginn das 2:2 der Mannschaft von Hessen Kassel bei ihrem Auftaktspiel mit hämischer Schadenfreude.

SC Waldgirmes - 1.FC. Eschborn 3:2

Hallo. Mein Name ist Saber Ben-Neticha. Von Beruf bin ich Stürmer beim 1. FC Eschborn. Bei meinem vormaligen Arbeitgeber in Wehen habe ich zwar nicht schlecht verdient, doch nötigen mich die Verlockungen des noch größeren Geldes zu einem Abstieg in die Oberliga. Na ja. Und hier kann ich meine Gegner so richtig schön ausspielen. So in der ersten Minute, als ich in die Gasse geschickt werde, der Torwart auch noch vollkommen unmotiviert herausläuft, und dabei meinen Gegenspieler an einem durchaus möglichen Eingreifen hindert, was ich folgerichtig mit einer Körperdrehung ausnutze, und so das Führungstor erziele.

Eingekauft wurde ich, um Tore zu erzielen, und weil der Schiedsrichter in der elften Minute auf Freistoß für mein Team entscheidet, schnappe ich mir kurzerhand den Ball und zwirble ihn über die Mauer unhaltbar in die linke Torecke. Hallo Trainer. Ich habe zwei Tore gemacht. Warum wechselst Du mich denn jetzt nicht aus. Es ist doch viel zu heiß um zu laufen.

Na gut. Wenn ich nicht raus darf, dann schalte ich eben auf Standfußball um. Aber wenn der Ball dann doch noch kommen sollte, dann werde ich ihn schon irgendwie im Tor unterbringen. Nur schade, dass mein Gegenspieler aus den zwei Toren gelernt hat, und ich deshalb gar nicht mehr an den Ball komme.

Hallo. Mein Name ist Dominik Stroh-Engel. Eigentlich bin ich ja angehender Abiturient. Aber in meiner Freizeit bin ich Stürmer bei der SC Waldgirmes. Mein Trainer wechselt mich für alle vollkommen überraschend in der 21. Minute für einen defensiven Mittelfeldspieler ein. Warum weiß ich nicht so genau. Aber der Trainer meint wohl, durch diese Maßnahme den Druck auf unsere Abwehr etwas verringern zu können. Na ja. Dann stelle ich mich mal wie gewünscht da vorne rein. Schließlich bin ich lang und rochiere viel, und die gegnerischen Innenverteidigung ist zwar robust, aber nicht unbedingt kopfballstark.

Oh. Da kommt ja ein Ball von links außen. Da springe ich doch mal kurz hoch, und köpfe den Ball aufs Tor. Oh nein. Der Torwart hält das Ding, kann das Ei aber nicht festhalten. Ach. Da steht ja mein Kollege und schießt. Mist. Von der Linie gekratzt. Hurra. Steven Hassler kommt an den Ball und erzielt endlich den Anschlusstreffer. Hmm. Wenn ich bloß noch wüsste, vor was wir vor diesem Spiel so Angst gehabt haben. Denn eigentlich sind wir im weiteren Verlauf des Spiels dem Favoriten mehr als ebenbürtig.

Hallo. Mein Name ist Uwe Bindewald. Richtig. Genau der, der im Vorjahr noch bei der Eintracht in Frankfurt spielte. Ich bin ein Star. Doch ab der 40. Minute humple ich nur noch über den Platz. Aber das brauche ich meinem Trainer ja nicht anzuzeigen. Das hat er von selbst zu sehen. Ist gewiss auch nicht so schlimm. Die Verletzung. Na, und wenn durch meine eigenmächtige Diagnose sich die durchaus abzeichnende Blessur verschlimmert, so hat mein Arbeitgeber ja noch ausreichend Geld, adäquaten Ersatz zu verpflichten.

Huch. Was macht denn der Linksaußen mit mir. Der tanzt mich ja aus, und flankt nach innen. Die reinste Majestätsbeleidigung. Nur ein Glück, dass mein Torwart Schmitt den Ball so gerade noch abfangen kann.

Hallo. Ich bin es noch mal. Der Dominik. In der zweiten Halbzeit werden wir immer besser. Zwar kommt nicht unbedingt viel aus dem Spiel heraus, doch wofür gibt es Standardsituationen wie Einwürfe, Freistöße und Eckbälle. Oh. Da fällt mir ja der Ball auf die Füße, und ich kann beim besten Willen nicht verhindern, dass das Leder die Torlinie überschreitet.

Und da. Was ist das denn? Der Gino tritt ja eine Ecke rein und Stengel verlängert den Ball. Hmm. Da halte ich doch einfach mal den Kopf hin. Mal schauen, was passiert. Oh. Der Ball ist ja drin. Juchu! Das 3:2 in der 75. Minute.

Hallo mein Name ich Michael Anicic. Ich habe schon ein bewegtes Fußballerleben hinter mir und Eschborn bezahlt viel Geld für mein Auftreten. Der Trainer stellt mich zwar recht weit nach hinten, und ich habe deshalb einen weiten Weg nach vorne. Aber auf Pässe zu meinen Mitspielern habe ich irgendwie keine Lust. Da dribble ich dann lieber meine Gegner aus. Hach. Den habe ich jetzt aber schön vernascht. Huch. Da kommt ja noch einer. Aber das ist für mich doch kein Problem. Äh. Was macht der dritte denn jetzt da. Der nimmt mir ja tatsächlich den Ball ab. Frechheit. Ich glaube, ich setze mich jetzt erst mal auf den Rasen, und schmolle ein wenig vor mich hin.

Hallo. Mein Name ist Matthias Dworschak. Aber all rufen mich nur Adi. Also beim OFC damals bin ich ja noch gelaufen. Aber irgendwie ziehen mich die Taschen, die ich mir hier mit dem Geld voll mache, ganz schön nach unten. Da wird das Laufen zu einer Beschwernis. Und dann auch noch diese Hitze. Ach wäre das schön. Jetzt ein Eis im Schwimmbad, und den knackigen Mädels nachschauen. Warum bin ich hier auch nur auf dem Platz. Und dann verlieren wir auch noch 3:2. Also wirklich. Das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Was sich hier so locker und leicht liest, hat einen durchaus realen Hintergrund. Im Starensemble aus Eschborn steckt durchaus Potential, und in den ersten 25 Minuten war selbst die anfällige Abwehr der Gäste stärker als die Defensivreihe der Gastgeber, die sich gedanklich offensichtlich noch in der Landesliga befand. Mit der Einwechslung des zusätzlichen Stürmers drehte sich das Spiel aber unmerklich von Minute zu Minute.

Der Gastgeber verlor zusehends an Respekt, und hatte das Spiel in der zweiten Halbzeit, bis auf die Schlussminuten, durchaus im Griff. Sogar die zu Beginn äußerst wacklige Abwehr hatte sich schnell auf die neue Herausforderung eingestellt. Erstaunlicherweise waren trotz der aufwendigen Laufarbeit kaum konditionelle Mängel zu erkennen. Und an dem Dominik Stroh-Engel wird Waldgirmes, so sie den Jungen denn länger halten können, sicherlich noch viel Freude haben.

Die Lehren, die für die zukünftigen Gegner der Eschborner zu ziehen ist lautet:" Stellt Euch bloß nicht hinten rein!" So gut deren Angriff auch sein mag, so schwach ist die Innenverteidigung. Kopfballtore dürften hierbei derzeit eher kein Problem sein. Da gehört noch dringend Verstärkung hin.

Was hingegen die Stimmung unter den Zuschauern während des Spiels angeht, so war diese nicht unbedingt überschwänglich zu nennen. Erst nach dem Schlusspfiff(!) ging das Publikum etwas mehr aus sich heraus. Aber wahrscheinlich wussten sie selber nicht so ganz, wie ihnen geschah. Die Fans der Gäste standen hingegen viel zu weit auseinander, so dass es schwierig war, Anfeuerungsrufe zu koordinieren. Selbst die vier Ultras vom MTW (Main-Taunus-Wahn) postierten sich zu weit weg vom Geschehen, und konnten nicht regelnd eingreifen.

Michi

Beitrag von Michi » 12. Aug 2004, 09:33

Bericht aus der Frankfurter Rundschau hat geschrieben:Bereits nach dem vorsaisonalen Test gegen die Offenbacher Kickers hatte der neue Mann an der Seitenlinie das Fehlen eines kopfballstarken Abwehrhünen moniert, der nun spätestens bis zum Ende der Wechselperiode (am 31. August) verpflichtet werden soll. "Es ist noch Platz im Budget", so Scheer. Einen entsprechenden Kandidaten auf die freie Stelle gibt es hingegen - zumindest offiziell - noch nicht. Für die peinliche Auftaktniederlage in Waldgirmes jedoch allein fehlendes Körpermaß verantwortlich zu machen, wäre ohnehin zu billig.
Tja, und die nächste Verstärkung wurde nun verpflichtet: Daniel Romeo Ciuca, 1,91-m-Mann vom SV Darmstadt 98. Gestern bereits eingewechselt. Auf der offiziellen Homepage der Lilien ist übrigens folgendes zu dem Wechsel zu lesen:

<b>Daniel Ciuca wechselt zum 1. FC Eschborn</b>
Mit sofortiger Wirkung verlässt Daniel Ciuca den SV Darmstadt 1898 e.V. und wechselt zum Oberligisten 1. FC Eschborn. Über die Höhe der Ablösesumme wurde zwischen den Vereinen Stillschweigen vereinbart. Drei Tage vor Rundenbeginn bei den Amateuren des FSV Mainz 05 teilte Ciuca den Verantwortlichen mit, <b>er habe keine Lust mehr, für den SV 98 zu spielen und sich in der Regionalliga zu quälen :o . Seitdem liegt dem Verein eine Krankmeldung vor.</b> Trainer Bruno Labbadia und Sportlicher Leiter Thomas Schmidt haben sich letztlich dazu entschlossen, dem Wunsch Ciucas zu entsprechen.

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