2:0 in Waldmichelbach
-
Michi
Hier mal die Presse-Berichte der Wald-Michelbächer Zeitungen:
(Quelle: Homepage ET Wald-Michelbach)
-----------------------------------
Starkenburger Echo (18.11.02)
Heins Lob trotz 0:2
OBERLIGA: Die Herbstmeisterschaft ist für Et. Wald-Michelbach passé: Mit 0:2 (0:0) verloren die Überwälder am letzten Vorrundenspieltag der Fußball-Oberliga das Schlagerspiel gegen Mitaufsteiger KSV Hessen Kassel. Dabei verlief die Partie vor der Rekordkulisse von offiziell 2200 Zuschauern spiegelbildlich zu etlichen vorherigen Wald-Michelbacher Spielen: Vor der Pause vergab die Eintracht, bei der schon nach 22 Minuten Amend mit Leistenproblemen ausschied, drei gute Chancen durch Wagner und Renzland.
Kassel zeigte kaum Gewöhnungsprobleme an den durch Dauerregen noch schneller gewordenen Kunstrasen. Das Manko bei den Platzherren, die in zwei Szenen vergeblich Hand- und Foulelfmeter forderten: Die ebenso cleveren wie defensivstarken Nordhessen gestatteten nicht einmal dem zuletzt überragenden Markus Wagner, das Offensivspiel der Eintracht in die Hand zu nehmen. Drei Minuten nach der Halbzeit übersprang der überragende KSV-Libero Schönewolf nach Eckstoß von Krause die ETW-Hintermannschaft zum 0:1. In der 77. Minute die Entscheidung: Nach Zweikampf zwischen Maas und Cesar sowie umstrittener Freistoßentscheidung spitzelte der eingewechselte Bauer zum 0:2 in die Maschen.
ETW-Coach Hans Hein bilanzierte: „Ich richte nicht den geringsten Vorwurf an meine Mannschaft. Man muss sehen, dass alles, was die Saison fortan für uns bietet, bereits ein Sahnestück ist. Zudem boten wir gerade in der ersten Halbzeit eine erstklassige Vorstellung.“
Odenwälder Zeitung (18.11.02)
Gut gearbeitet und gekämpft, doch zwei Bisse der Löwen lassen Eintracht von der Spitze stürzen
(gie) Sie haben alles gegeben, haben bewiesen, dass der Vereinsname Eintracht Programm ist, doch mussten die Wald-Michelbacher Oberliga-Fußballer letztlich einsehen, dass der Brocken KSV Hessen Kassel einfach eine Nummer zu schwer war. Vor der Rekordkulisse von 2200 Zuschauern siegten die Nordhessen verdient mit 2:0. Der Garant für den Erfolg der Gäste stellte die solide Defensivabteilung um den überragenden Libero Thorsten Schönewolf dar, die sich mehr und mehr als eine schier unbezwingbare Festung entpuppte.
"Die Konzentration auf dieses Spiel hat mehr Energie gekostet, als alle Anstrengungen zuvor", sagte Kassels stellvertretender Vorsitzender Klaus Hennemann. Und diese Aussage muss wohl für bare Münze genommen werden, denn dass der KSV Hessen die Aufgabe äußerst ernst genommen hat, spiegelt sich allein darin wieder, dass das Team im Vorfeld zweimal in Lohfelden trainierte, um sich auf dem dortigen Kunstrasen schon einmal an den Untergrund in Wald-Michelbach zu gewöhnen.
Dennoch taten sich die Gäste im ersten Durchgang damit deutlich schwer, denn vor allem die Pässe in die Spitze waren häufig zu steil, zumal die Bälle auf Grund des regendurchnässten Belages noch schneller wurden. Damit ist es wohl auch zu erklären, dass es die Eintracht in der ersten Hälfte schaffte, sich eine Feldüberlegenheit zu erspielen, die sich auch in den Torchancen widerspiegelte. Die erste Gelegenheit vergab Wagner, der den Ball nach einem Renzland-Freistoß nicht unter Kontrolle brachte (13.).
In der 32. Minute war es nochmals Wagner, der die Führung der Platzherren auf dem Fuß hatte, doch seinen Schuss aus der Drehung entschärfte Kassels Schlussmann Zoran mit einiger Mühe. Eine Glanzparade zeigte der KSV-Keeper bei einem 26-Meter-Freistoß von Renzland, den er in hervorragender Manier über die Latte lenkte. Die Wald-Michelbacher hätten zu diesem Zeitpunkt einen Treffer verdient gehabt, wirkten ihre Aktionen doch zwingender als die der Gäste. Zwar war klar ersichtlich, dass der KSV Hessen vor allem in Cesar einen brandgefährlichen Angreifer in seinen Reihen hat, doch hielt Maas den Brasilianer gut in Schach. Sein Sturmpartner Zanko war hingegen äußerst blass und bekam gegen Heiligenthal keinen Stich.
Nach dem Seitenwechsel dauerte es nicht allzu lange, bis die Wald-Michelbacher die kalte Dusche bekamen. Die Kasseler erzielten die Führung, die aus einer Koproduktion zweier Aktivposten resultierte. Mayer, der vor allem in Hälfte zwei über links für viel Druck sorgte, zirkelte eine Ecke direkt auf den groß gewachsenen Libero Thorsten Schönewolf, der sich in die Höhe schraubte und den Ball mit einem wuchtigen Kopfstoß in den Eintracht-Maschen versenkte (49.).
Nach diesem Treffer zeichnete es sich ab, dass der KSV Hessen immer mehr die Oberhand gewinnen sollte. Die Aktionen der Eintracht wirkten in dieser Phase zu wenig durchdacht. Viel zu häufig wurde versucht, die sichere Defensive der Löwen mit hohen Bällen zu knacken. Gerade dies war allerdings das falsche Rezept, denn die langen Abwehrrecken hatten keine Mühe, die Flanken zu entschärfen. Ein besseres Mittel wären beispielsweise häufigere Versuche aus der Distanz gewesen. Der eingewechselte Bathagic versuchte damit in der 57. Minute sein Glück. Schon wurde es gefährlich, doch der junge ET-Stürmer verfehlte das Ziel knapp.
Dies sollte jedoch die einzige nennenswerte Möglichkeit der Eintracht nach dem Seitenwechsel bleiben. Die geschickt spielende Roggensack-Elf machte es besser. In der 70. Minute gab Kayacik für die Nordhessen noch einen Warnschuss ab, traf dabei aber nur den Pfosten (70.), doch kurze Zeit später sollten die Bemühungen erneut von Erfolg gekrönt sein. Beim Treffer zum 0:2 in der 79. Minute zeigte sich der entscheidende Faktor, der letztlich den Ausschlag zu Gunsten des KSV Hessen gab. Während einige ET-Spieler bei einem Freistoß für die Nordhessen noch mit Schiedsrichter Stieler diskutierten, führte Kayacik schnell auf Mayer aus, der scharf nach innen passte, wo der für den schwachen Zanko eingewechselte Thorsten Bauer lauerte und seine Jokerqualitäten unter Beweis stellte. Der zweite Löwenbiss dank größerer Abgebrühtheit. Der Frust saß schließlich tief, was sich bei Jan Zeug bemerkbar machte. Offenbar machte der zuvor verwarnte ET-Stürmer mit einem Foul in der Nachspielzeit seiner Enttäuschung Luft und sah deshalb Gelb-Rot. Der Referee selbst zog sich von den Zuschauern einigen Unmut zu - dies jedoch teilweise aber auch zurecht. Schon in der ersten Hälfte erkannte Stieler ein Handspiel des Kasslers Schäfer im Strafraum nicht. Nach dem Seitenwechsel wurde Wagner im gegnerischen Strafraum regelwidrig gestoppt, doch erneut blieb der Elfmeterpfiff aus.
"Mannschaft hat alles versucht"
(gie) 0:2 gegen Hessen Kassel verloren, "ein bitteres Ergebnis, weil wir bei den beiden Toren ein bisschen gepennt haben", meinte Hans Hein in der Pressekonferenz nach dem Spiel, doch einen Vorwurf wollte der Coach von Eintracht Wald-Michelbach seiner Mannschaft nicht machen: "Sie hat alles versucht und vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend gespielt." Der Trainer musste eingestehen, dass seine Truppe in Durchgang zwei jedoch nicht in der Lage war, gute Torchancen herauszuspielen, weshalb die Niederlage letztlich auch verdient war.
Einen gerechtfertigten Erfolg für seine Mannschaft machte Oliver Roggensack, Trainer des KSV Hessen Kassel, aus. "Wir haben in Hälfte zwei das Spiel kontrolliert und deshalb verdient gewonnen.
Wir haben nach und nach die Oberhand gewonnen, und mein besonderes Kompliment gilt unserem Defensivbereich, der sehr gut gearbeitet hat, was auch der Schlüssel zum Erfolg war", merkte der Sohn des ehemaligen Bundesligatrainers völlig zurecht an.
Hein musste erkennen, dass sich seine Truppe eher schwer tat, das Spiel zu machen. "Wir haben dann immer mehr Probleme. Wenn dann der Gegner noch so dicht steht wie Hessen Kassel, wird es besonders schwer. Vor allem mit hohen Bällen hatten wir kaum Möglichkeiten", war eine Lufthoheit der Nordhessen für den Eintracht-Trainer unübersehbar. Auf die Anmerkung eines Journalisten, dass von Markus Wagner nichts zu sehen gewesen sei, sagte Hein, dass es wohl nicht Wagners Spiel schlechthin gewesen sei. Dennoch solle berücksichtigt werden, was der Mittelfeldspieler über die gesamte Saison geleistet habe, denn dabei stehe er im Leistungsvermögen weit vorn. Dies wurde von den Besuchern mit Applaus unterstrichen.
Roggensack ließ zudem erkennen, dass ein Aufstieg in die Regionalliga für die Kasseler keine Pflichtaufgabe darstellt, wie es im Gegensatz der 1. FC Eschborn und der FSV Frankfurt vorgegeben haben. "Wir wollen gute Leistungen bringen und das Mögliche voll ausreizen. Es macht Spaß mit der Mannschaft zu arbeiten, und nun gilt es für uns zunächst, aus den noch ausstehenden drei Spielen die maximale Punktzahl zu holen", sagte der Trainer.
Maurizio Gaudino als Ehrengast
(gie) Maurizio Gaudino war Ehrengast beim Spitzenspiel der Fußball-Oberliga Hessen zwischen Eintracht Wald-Michelbach und dem KSV Hessen Kassel. Der Ex-Profi wurde von ET-Coach Hans Hein, der seit gemeinsamen Waldhof-Tagen mit Gaudino befreundet ist, in den Überwald gelotst.
Laut Hein solle solch eine Aktion dafür sorgen, dass die Eintracht "das Provinzielle" verliere. Ob vielleicht noch ein bisschen mehr dahinter steckt - Gaudino führt eine Sportleragentur - wollte Hein nicht verraten.
Ex-Profi trifft, Wilkes scheitert
In der Halbzeitpause versuchte Gaudino vom Elfmeterpunkt gegen ET-Ersatzkeeper Alexander Schneider sein Glück. Der ehemalige Bundesligakicker blieb locker und verwandelte sicher. Landratskandidat Matthias Wilkes war hingegen nicht erfolgreich. Sein Schuss war für Schneider eine leichte Beute.
Zweite Liga ist das Ziel
Hessen Kassel war über viele Jahre ein fester Bestandteil der Zweiten Bundesliga. Und genau dort möchten die Fans der Löwen den Verein schnellstmöglich wieder sehen. Dies machten sie unmissverständlich klar, als sie lautstark "Wir wollen wieder in die Zweite Liga" anstimmten.
Shuttle-Bus gegen Parkplatznot
Bei 2200 Zuschauern waren die Parkplätze rund um den Wald-Michelbacher Sportplatz schnell besetzt. Doch dafür wurde von einem Überwälder Reiseunternehmen ein optimaler Service angeboten. Mit einem Shuttle-Bus wurden die Fans von innerörtlichen Parkplätzen zum Sportplatz gefahren, ein wahrlich professioneller Zug.
Hessen Fernsehen macht mobil
Das Hessen Fernsehen machte zum Spitzenspiel mächtig mobil. Die Sendung "Spiel der Woche" wurde live aus Wald-Michelbach gesendet. Zirka 20 Mitarbeiter umfasste der Tross des Fernsehteams. Schon am Freitag wurde das Kamerapodest aufgebaut und am Samstagmorgen die Kabel verlegt.
Jetzt wird die nächste Siegesserie gestartet"
Knut Heiligenthal, ETW-Kapitän: "Das war eigentlich ein 0:0-Spiel, doch durch Unachtsamkeiten, haben wir das Spiel noch verloren. Der KSV war nicht viel stärker und wir hätten einen Punkt verdient, aber gegen Eschborn schaffen, wir was heute nicht geklappt hat.
In puncto Cleverness können wir uns von Kassel noch etwas abschauen. Unsere Fans waren wieder einmal spitze und ich hoffe, dass eine ebenso gute Atmosphäre beim Spiel gegen Eschborn herrscht."
Michael Köpper, ET-Libero: "Uns war klar, dass derjenige, der dass erste Tor schießt, auch die Partie für sich entscheiden wird. Beide Defensivabteilungen agierten sehr stark, uns fehlte das nötige Glück in der Offensive. Doch wir werden den Kopf nicht hängen lassen. Es standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, die versuchten, keine Chance zuzulassen. KSV-Spielmacher Mayer war aus dem Spiel genommen und Cesar wurde von Maas kontrolliert. Doch auf der anderen Seite ließ man auch uns kaum ins Spiel kommen. Aus diesem Kampfspiel hätten wir einen Punkt verdient, jedoch haben wir nach Niederlagen immer eine Siegesserie gestartet. Eschborn wird der Auftakt dieser neuen Serie sein, davon bin ich überzeugt."
Steffen Maas, ETW-Manndecker: "Wir haben gewusst, dass Kassel bei Eckbällen gefährlich ist. Dass ausgerechnet eine Ecke uns in Rückstand brachte, schmerzt zusätzlich. Aber wir hatten wenig Chancen und müssen uns mit der Niederlage abfinden. Dafür glaube ich, dass wir Eschborn schlagen werden. Die Anzahl der Zuschauer war heute überragend. Ich fand es toll, wie sie hinter uns standen."
Jan Zeug, ETW-Stürmer: "Kassel war zwar besser, doch den Elfmeter hätten wir verdient. Schade, dass dies dem Schiedsrichter entgangen ist. Bei Kopfbällen war der KSV sehr gut, dafür waren wir bei Standardsituationen gefährlich. Insgesamt hat uns das Quäntchen Glück gefehlt."
Markus Wagner, ETW-Spielmacher: "Mit der ersten Halbzeit können wir zufrieden sein, doch klare Chancen haben uns gefehlt. Das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir versuchten, über unsere Kampfkraft ins Spiel zurück zu kommen und begannen Ende der ersten Hälfte mit schnellem Spiel, den Gegner in Bedrängnis zu bringen, doch ein Tor gelang uns nicht. Die gute Kulisse hat uns zusätzlich motiviert und viel Spaß bereitet. "
Patrick Gräber, ET-Torwart: "Beide Teams waren sehr gut, aber Kassel etwas cleverer im Abschluss. Ein Punkt wäre drin gewesen. Das Spiel fand ich im Vergleich zum Duell gegen Frankfurt etwas ruppiger."
Alireza Marzban, Trainer des 1.FC Eschborn: "In der ersten Hälfte war die ETW etwas besser organisiert und hatte auch die besseren Möglichkeiten. Doch nach dem frühen Tor im zweiten Durchgang konnte Kassel auf Konter lauern und hat es clever über die Bühne gespielt. Wie die ET nach dem Rückstand jedoch noch gerannt ist und gekämpft hat, finde ich außergewöhnlich. Sie haben wirklich Moral bewiesen."
Joachim Kunkel, Bürgermeister von Wald-Michelbach: "Die erste Halbzeit war sehr interessant und abwechslungsreich, doch ein Tor hat gefehlt. Beide Mannschaften waren sehr motiviert, aber das 0:1 war ein kalter Schlag, von dem sich die Eintracht nicht mehr erholte. Die bessere Spielanlage muss man objektiv dem KSV zurechnen und mit dem 0:2 war die Sache dann entschieden. Doch das ist kein Grund enttäuscht zu sein, denn Kassel ist eine andere Mannschaft, mit einer anderen Zielsetzung. Über den großen Zuschauerzuspruch freue ich mich. Auch Polizei, Ordnerdienst und die gesamte Organisation durch die ET müssen lobend erwähnt werden." (mz)
-----------------------------------
(Quelle: Homepage ET Wald-Michelbach)
-----------------------------------
Starkenburger Echo (18.11.02)
Heins Lob trotz 0:2
OBERLIGA: Die Herbstmeisterschaft ist für Et. Wald-Michelbach passé: Mit 0:2 (0:0) verloren die Überwälder am letzten Vorrundenspieltag der Fußball-Oberliga das Schlagerspiel gegen Mitaufsteiger KSV Hessen Kassel. Dabei verlief die Partie vor der Rekordkulisse von offiziell 2200 Zuschauern spiegelbildlich zu etlichen vorherigen Wald-Michelbacher Spielen: Vor der Pause vergab die Eintracht, bei der schon nach 22 Minuten Amend mit Leistenproblemen ausschied, drei gute Chancen durch Wagner und Renzland.
Kassel zeigte kaum Gewöhnungsprobleme an den durch Dauerregen noch schneller gewordenen Kunstrasen. Das Manko bei den Platzherren, die in zwei Szenen vergeblich Hand- und Foulelfmeter forderten: Die ebenso cleveren wie defensivstarken Nordhessen gestatteten nicht einmal dem zuletzt überragenden Markus Wagner, das Offensivspiel der Eintracht in die Hand zu nehmen. Drei Minuten nach der Halbzeit übersprang der überragende KSV-Libero Schönewolf nach Eckstoß von Krause die ETW-Hintermannschaft zum 0:1. In der 77. Minute die Entscheidung: Nach Zweikampf zwischen Maas und Cesar sowie umstrittener Freistoßentscheidung spitzelte der eingewechselte Bauer zum 0:2 in die Maschen.
ETW-Coach Hans Hein bilanzierte: „Ich richte nicht den geringsten Vorwurf an meine Mannschaft. Man muss sehen, dass alles, was die Saison fortan für uns bietet, bereits ein Sahnestück ist. Zudem boten wir gerade in der ersten Halbzeit eine erstklassige Vorstellung.“
Odenwälder Zeitung (18.11.02)
Gut gearbeitet und gekämpft, doch zwei Bisse der Löwen lassen Eintracht von der Spitze stürzen
(gie) Sie haben alles gegeben, haben bewiesen, dass der Vereinsname Eintracht Programm ist, doch mussten die Wald-Michelbacher Oberliga-Fußballer letztlich einsehen, dass der Brocken KSV Hessen Kassel einfach eine Nummer zu schwer war. Vor der Rekordkulisse von 2200 Zuschauern siegten die Nordhessen verdient mit 2:0. Der Garant für den Erfolg der Gäste stellte die solide Defensivabteilung um den überragenden Libero Thorsten Schönewolf dar, die sich mehr und mehr als eine schier unbezwingbare Festung entpuppte.
"Die Konzentration auf dieses Spiel hat mehr Energie gekostet, als alle Anstrengungen zuvor", sagte Kassels stellvertretender Vorsitzender Klaus Hennemann. Und diese Aussage muss wohl für bare Münze genommen werden, denn dass der KSV Hessen die Aufgabe äußerst ernst genommen hat, spiegelt sich allein darin wieder, dass das Team im Vorfeld zweimal in Lohfelden trainierte, um sich auf dem dortigen Kunstrasen schon einmal an den Untergrund in Wald-Michelbach zu gewöhnen.
Dennoch taten sich die Gäste im ersten Durchgang damit deutlich schwer, denn vor allem die Pässe in die Spitze waren häufig zu steil, zumal die Bälle auf Grund des regendurchnässten Belages noch schneller wurden. Damit ist es wohl auch zu erklären, dass es die Eintracht in der ersten Hälfte schaffte, sich eine Feldüberlegenheit zu erspielen, die sich auch in den Torchancen widerspiegelte. Die erste Gelegenheit vergab Wagner, der den Ball nach einem Renzland-Freistoß nicht unter Kontrolle brachte (13.).
In der 32. Minute war es nochmals Wagner, der die Führung der Platzherren auf dem Fuß hatte, doch seinen Schuss aus der Drehung entschärfte Kassels Schlussmann Zoran mit einiger Mühe. Eine Glanzparade zeigte der KSV-Keeper bei einem 26-Meter-Freistoß von Renzland, den er in hervorragender Manier über die Latte lenkte. Die Wald-Michelbacher hätten zu diesem Zeitpunkt einen Treffer verdient gehabt, wirkten ihre Aktionen doch zwingender als die der Gäste. Zwar war klar ersichtlich, dass der KSV Hessen vor allem in Cesar einen brandgefährlichen Angreifer in seinen Reihen hat, doch hielt Maas den Brasilianer gut in Schach. Sein Sturmpartner Zanko war hingegen äußerst blass und bekam gegen Heiligenthal keinen Stich.
Nach dem Seitenwechsel dauerte es nicht allzu lange, bis die Wald-Michelbacher die kalte Dusche bekamen. Die Kasseler erzielten die Führung, die aus einer Koproduktion zweier Aktivposten resultierte. Mayer, der vor allem in Hälfte zwei über links für viel Druck sorgte, zirkelte eine Ecke direkt auf den groß gewachsenen Libero Thorsten Schönewolf, der sich in die Höhe schraubte und den Ball mit einem wuchtigen Kopfstoß in den Eintracht-Maschen versenkte (49.).
Nach diesem Treffer zeichnete es sich ab, dass der KSV Hessen immer mehr die Oberhand gewinnen sollte. Die Aktionen der Eintracht wirkten in dieser Phase zu wenig durchdacht. Viel zu häufig wurde versucht, die sichere Defensive der Löwen mit hohen Bällen zu knacken. Gerade dies war allerdings das falsche Rezept, denn die langen Abwehrrecken hatten keine Mühe, die Flanken zu entschärfen. Ein besseres Mittel wären beispielsweise häufigere Versuche aus der Distanz gewesen. Der eingewechselte Bathagic versuchte damit in der 57. Minute sein Glück. Schon wurde es gefährlich, doch der junge ET-Stürmer verfehlte das Ziel knapp.
Dies sollte jedoch die einzige nennenswerte Möglichkeit der Eintracht nach dem Seitenwechsel bleiben. Die geschickt spielende Roggensack-Elf machte es besser. In der 70. Minute gab Kayacik für die Nordhessen noch einen Warnschuss ab, traf dabei aber nur den Pfosten (70.), doch kurze Zeit später sollten die Bemühungen erneut von Erfolg gekrönt sein. Beim Treffer zum 0:2 in der 79. Minute zeigte sich der entscheidende Faktor, der letztlich den Ausschlag zu Gunsten des KSV Hessen gab. Während einige ET-Spieler bei einem Freistoß für die Nordhessen noch mit Schiedsrichter Stieler diskutierten, führte Kayacik schnell auf Mayer aus, der scharf nach innen passte, wo der für den schwachen Zanko eingewechselte Thorsten Bauer lauerte und seine Jokerqualitäten unter Beweis stellte. Der zweite Löwenbiss dank größerer Abgebrühtheit. Der Frust saß schließlich tief, was sich bei Jan Zeug bemerkbar machte. Offenbar machte der zuvor verwarnte ET-Stürmer mit einem Foul in der Nachspielzeit seiner Enttäuschung Luft und sah deshalb Gelb-Rot. Der Referee selbst zog sich von den Zuschauern einigen Unmut zu - dies jedoch teilweise aber auch zurecht. Schon in der ersten Hälfte erkannte Stieler ein Handspiel des Kasslers Schäfer im Strafraum nicht. Nach dem Seitenwechsel wurde Wagner im gegnerischen Strafraum regelwidrig gestoppt, doch erneut blieb der Elfmeterpfiff aus.
"Mannschaft hat alles versucht"
(gie) 0:2 gegen Hessen Kassel verloren, "ein bitteres Ergebnis, weil wir bei den beiden Toren ein bisschen gepennt haben", meinte Hans Hein in der Pressekonferenz nach dem Spiel, doch einen Vorwurf wollte der Coach von Eintracht Wald-Michelbach seiner Mannschaft nicht machen: "Sie hat alles versucht und vor allem in der ersten Halbzeit hervorragend gespielt." Der Trainer musste eingestehen, dass seine Truppe in Durchgang zwei jedoch nicht in der Lage war, gute Torchancen herauszuspielen, weshalb die Niederlage letztlich auch verdient war.
Einen gerechtfertigten Erfolg für seine Mannschaft machte Oliver Roggensack, Trainer des KSV Hessen Kassel, aus. "Wir haben in Hälfte zwei das Spiel kontrolliert und deshalb verdient gewonnen.
Wir haben nach und nach die Oberhand gewonnen, und mein besonderes Kompliment gilt unserem Defensivbereich, der sehr gut gearbeitet hat, was auch der Schlüssel zum Erfolg war", merkte der Sohn des ehemaligen Bundesligatrainers völlig zurecht an.
Hein musste erkennen, dass sich seine Truppe eher schwer tat, das Spiel zu machen. "Wir haben dann immer mehr Probleme. Wenn dann der Gegner noch so dicht steht wie Hessen Kassel, wird es besonders schwer. Vor allem mit hohen Bällen hatten wir kaum Möglichkeiten", war eine Lufthoheit der Nordhessen für den Eintracht-Trainer unübersehbar. Auf die Anmerkung eines Journalisten, dass von Markus Wagner nichts zu sehen gewesen sei, sagte Hein, dass es wohl nicht Wagners Spiel schlechthin gewesen sei. Dennoch solle berücksichtigt werden, was der Mittelfeldspieler über die gesamte Saison geleistet habe, denn dabei stehe er im Leistungsvermögen weit vorn. Dies wurde von den Besuchern mit Applaus unterstrichen.
Roggensack ließ zudem erkennen, dass ein Aufstieg in die Regionalliga für die Kasseler keine Pflichtaufgabe darstellt, wie es im Gegensatz der 1. FC Eschborn und der FSV Frankfurt vorgegeben haben. "Wir wollen gute Leistungen bringen und das Mögliche voll ausreizen. Es macht Spaß mit der Mannschaft zu arbeiten, und nun gilt es für uns zunächst, aus den noch ausstehenden drei Spielen die maximale Punktzahl zu holen", sagte der Trainer.
Maurizio Gaudino als Ehrengast
(gie) Maurizio Gaudino war Ehrengast beim Spitzenspiel der Fußball-Oberliga Hessen zwischen Eintracht Wald-Michelbach und dem KSV Hessen Kassel. Der Ex-Profi wurde von ET-Coach Hans Hein, der seit gemeinsamen Waldhof-Tagen mit Gaudino befreundet ist, in den Überwald gelotst.
Laut Hein solle solch eine Aktion dafür sorgen, dass die Eintracht "das Provinzielle" verliere. Ob vielleicht noch ein bisschen mehr dahinter steckt - Gaudino führt eine Sportleragentur - wollte Hein nicht verraten.
Ex-Profi trifft, Wilkes scheitert
In der Halbzeitpause versuchte Gaudino vom Elfmeterpunkt gegen ET-Ersatzkeeper Alexander Schneider sein Glück. Der ehemalige Bundesligakicker blieb locker und verwandelte sicher. Landratskandidat Matthias Wilkes war hingegen nicht erfolgreich. Sein Schuss war für Schneider eine leichte Beute.
Zweite Liga ist das Ziel
Hessen Kassel war über viele Jahre ein fester Bestandteil der Zweiten Bundesliga. Und genau dort möchten die Fans der Löwen den Verein schnellstmöglich wieder sehen. Dies machten sie unmissverständlich klar, als sie lautstark "Wir wollen wieder in die Zweite Liga" anstimmten.
Shuttle-Bus gegen Parkplatznot
Bei 2200 Zuschauern waren die Parkplätze rund um den Wald-Michelbacher Sportplatz schnell besetzt. Doch dafür wurde von einem Überwälder Reiseunternehmen ein optimaler Service angeboten. Mit einem Shuttle-Bus wurden die Fans von innerörtlichen Parkplätzen zum Sportplatz gefahren, ein wahrlich professioneller Zug.
Hessen Fernsehen macht mobil
Das Hessen Fernsehen machte zum Spitzenspiel mächtig mobil. Die Sendung "Spiel der Woche" wurde live aus Wald-Michelbach gesendet. Zirka 20 Mitarbeiter umfasste der Tross des Fernsehteams. Schon am Freitag wurde das Kamerapodest aufgebaut und am Samstagmorgen die Kabel verlegt.
Jetzt wird die nächste Siegesserie gestartet"
Knut Heiligenthal, ETW-Kapitän: "Das war eigentlich ein 0:0-Spiel, doch durch Unachtsamkeiten, haben wir das Spiel noch verloren. Der KSV war nicht viel stärker und wir hätten einen Punkt verdient, aber gegen Eschborn schaffen, wir was heute nicht geklappt hat.
In puncto Cleverness können wir uns von Kassel noch etwas abschauen. Unsere Fans waren wieder einmal spitze und ich hoffe, dass eine ebenso gute Atmosphäre beim Spiel gegen Eschborn herrscht."
Michael Köpper, ET-Libero: "Uns war klar, dass derjenige, der dass erste Tor schießt, auch die Partie für sich entscheiden wird. Beide Defensivabteilungen agierten sehr stark, uns fehlte das nötige Glück in der Offensive. Doch wir werden den Kopf nicht hängen lassen. Es standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, die versuchten, keine Chance zuzulassen. KSV-Spielmacher Mayer war aus dem Spiel genommen und Cesar wurde von Maas kontrolliert. Doch auf der anderen Seite ließ man auch uns kaum ins Spiel kommen. Aus diesem Kampfspiel hätten wir einen Punkt verdient, jedoch haben wir nach Niederlagen immer eine Siegesserie gestartet. Eschborn wird der Auftakt dieser neuen Serie sein, davon bin ich überzeugt."
Steffen Maas, ETW-Manndecker: "Wir haben gewusst, dass Kassel bei Eckbällen gefährlich ist. Dass ausgerechnet eine Ecke uns in Rückstand brachte, schmerzt zusätzlich. Aber wir hatten wenig Chancen und müssen uns mit der Niederlage abfinden. Dafür glaube ich, dass wir Eschborn schlagen werden. Die Anzahl der Zuschauer war heute überragend. Ich fand es toll, wie sie hinter uns standen."
Jan Zeug, ETW-Stürmer: "Kassel war zwar besser, doch den Elfmeter hätten wir verdient. Schade, dass dies dem Schiedsrichter entgangen ist. Bei Kopfbällen war der KSV sehr gut, dafür waren wir bei Standardsituationen gefährlich. Insgesamt hat uns das Quäntchen Glück gefehlt."
Markus Wagner, ETW-Spielmacher: "Mit der ersten Halbzeit können wir zufrieden sein, doch klare Chancen haben uns gefehlt. Das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir versuchten, über unsere Kampfkraft ins Spiel zurück zu kommen und begannen Ende der ersten Hälfte mit schnellem Spiel, den Gegner in Bedrängnis zu bringen, doch ein Tor gelang uns nicht. Die gute Kulisse hat uns zusätzlich motiviert und viel Spaß bereitet. "
Patrick Gräber, ET-Torwart: "Beide Teams waren sehr gut, aber Kassel etwas cleverer im Abschluss. Ein Punkt wäre drin gewesen. Das Spiel fand ich im Vergleich zum Duell gegen Frankfurt etwas ruppiger."
Alireza Marzban, Trainer des 1.FC Eschborn: "In der ersten Hälfte war die ETW etwas besser organisiert und hatte auch die besseren Möglichkeiten. Doch nach dem frühen Tor im zweiten Durchgang konnte Kassel auf Konter lauern und hat es clever über die Bühne gespielt. Wie die ET nach dem Rückstand jedoch noch gerannt ist und gekämpft hat, finde ich außergewöhnlich. Sie haben wirklich Moral bewiesen."
Joachim Kunkel, Bürgermeister von Wald-Michelbach: "Die erste Halbzeit war sehr interessant und abwechslungsreich, doch ein Tor hat gefehlt. Beide Mannschaften waren sehr motiviert, aber das 0:1 war ein kalter Schlag, von dem sich die Eintracht nicht mehr erholte. Die bessere Spielanlage muss man objektiv dem KSV zurechnen und mit dem 0:2 war die Sache dann entschieden. Doch das ist kein Grund enttäuscht zu sein, denn Kassel ist eine andere Mannschaft, mit einer anderen Zielsetzung. Über den großen Zuschauerzuspruch freue ich mich. Auch Polizei, Ordnerdienst und die gesamte Organisation durch die ET müssen lobend erwähnt werden." (mz)
-----------------------------------
Danke für den Service, Michi! Interessant zu lesen, wie es "die da unten" so sehen.
Besonders niedlich finde ich "Wir WOLLEN wieder in die zweite Liga!" (wenn auch nicht ganz so kultig wie "Kassel ist die SCHÖNSTE Stadt der Welt" :grin: ).
Bemerkenswert ist auch der Optimismus der Südsüdhessen: "Jetzt schlagen wir halt Eschborn". Wünschen wir es ihnen, dass das nicht bestraft wird :wink: ...
Und dem Bürgermeister muss ich in Sachen Polizei völlig Recht geben. Da konnte man diesmal wirklich nicht meckern; die haben sich selbst bei den paar kleineren Unstimmigkeiten mit den Ordnern völlig rausgehalten. Sehr gut! Und als Belohnung gab's auch keine Randale :smile: .
RWG
Jens
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Loewe 400 am 2002-11-19 17:59 ]</font>
Besonders niedlich finde ich "Wir WOLLEN wieder in die zweite Liga!" (wenn auch nicht ganz so kultig wie "Kassel ist die SCHÖNSTE Stadt der Welt" :grin: ).
Bemerkenswert ist auch der Optimismus der Südsüdhessen: "Jetzt schlagen wir halt Eschborn". Wünschen wir es ihnen, dass das nicht bestraft wird :wink: ...
Und dem Bürgermeister muss ich in Sachen Polizei völlig Recht geben. Da konnte man diesmal wirklich nicht meckern; die haben sich selbst bei den paar kleineren Unstimmigkeiten mit den Ordnern völlig rausgehalten. Sehr gut! Und als Belohnung gab's auch keine Randale :smile: .
RWG
Jens
<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Loewe 400 am 2002-11-19 17:59 ]</font>
-
Michi