Exakt Einer! Nämlich nur ich selbst ...
Mirko hatte mir 2 Tage vorher wegen Rückenproblemen abgesagt. Da war mir eigentlich schon klar, daß ich alleine fahren werde. Ich habe gesagt, daß ich mit dabei bin und wenn ich es einmal sage, dann ziehe ich es auch durch. Vielleicht war es aber auch besser so, daß kein Anderer dabei war. Es war beileibe keine Tour für Weicheier. Ganz im Gegenteil. In Bebra war ich naß und durchgefroren, nur durch den feuchten Bodennebel. Ich bin dann weiter Landstraße bis Suhl gefahren. Ab Suhl bin ich dann auf die Autobahn und es wurde etwas besser, weil die Sonne raus kam. Ziemlich genau um zwölf Uhr kam ich dann am Fuchs-Park-Stadion an. Immer noch fröstelnd. Die braune Wachdienstfraktion kam unmittelbar vor mir an. So krude wie manche der Typen waren übrigens auch ihre Fahrzeuge. Eins mußte gar mit vereinten Kräften über die Kreuzung auf den Stadionparkplatz geschoben werden, weil es kurz vor dem Ziel seinen Dienst versagte.
Vor Ort war erstmal keiner für uns Presseteam-Leute zuständig. Selbstverständlich waren wir von Torsten Pfennig ordnungsgemäß angekündigt und akreditiert worden. Dann erbarmte sich schließlich jemand unser und gab uns zwei Tribünenkarten. Lustigerweise durften wir aber mit diesen Karten nicht in den Pressebereich, und schon gar nicht durch den Vip-Bereich, durch den der direkte Weg zu unseren Arbeitsplätzen geführt hätte. Es saß zwar zu diesem Zeitpunkt noch niemand im Vip-Bereich, aber Ordnung muß schließlich sein ...
Also war wieder Warten angesagt. Schließlich bekamen wir dann doch noch von einer Frau der Geschäftsstelle die begehrten Pressekarten und durften nun auch, den immer noch leeren, Vip-Bereich passieren. Na bitte, ... geht doch, dachten Lars und ich uns.
Lustigerweise wurden wir aber von jener Frau, kaum daß wir unsere Plätze eingenommen hatten, akribisch kontrolliert, ob wird denn auch Pressekarten hätten - sie hatte sie uns doch erst 10 Minuten vorher gegeben, und andere Pressevertreter waren auch nicht zu sehen ...
Immerhin hatten wir Strom, weit mehr als ich nach diesem Hickhack zu Erwarten gewagt hatte.
Nach dem Spiel war die Laune natürlich am Boden. Immerhin schien jetzt die Sonne und es war angenehm warm auf dem Motorrad. Mit einem stimmungshebenden Sieg im Gepäck hätte ich mir die 250 Kilometer Rückweg genüßlichst per Landstraße vorgeknöpft. So aber...

... so wollte ich nur noch schnell nach Hause.
Also ab auf die Autobahn und ziemlich genau 2 Stunden später saß ich auf meinem Sofa. Immerhin lief meine frisch gewartete V-Strom wieder wie am ersten Tag und ich wußte immerhin, warum ich die 1516 Euro für die "kleine Inspektion"

ausgegeben hatte. Das war wirklich das einzig Erfreuliche an diesem Tag. Nein ... halt ... die nette Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Lars Hoffmann darf ich auch noch zu den positiven Dingen zählen, ansonsten war ganz lange Nase angesagt.
Grüße von Ecki :-?