Eine Frage an den Doktor: Du postest ja ne Menge Links zu Islammeldungen irgendwo auf der Welt. Hat es einen Grund, dass du die Meldung zur Dinslakener Dschihadisten-Szene um Nils D. und seinen Cousin Philip B. nicht mit der interessierten Leserschaft teilst? Ich glaube, ich habe auch nichts zu den offiziellen Aufrufen der Moslem-Gemeinden gegen den Terror gelesen. Und bei deiner Trauerbekundung von letzter Woche vermisse ich ein "Je suis Ahmed".
Schön aber, dass du die Pegida-Studie erwähnst. Ist es ein Versehen, dass du die "Welt" zitierst, die in der Überschrift (wie einige andere Medien auch) eine kleine, aber feine Sache vergessen hat? In der Studie steht, dass die Demonstranten gut AUSgebildet (sic!) sind. Irgendwie lustig, dass in den unzähligen Leserkommentaren im weltweiten Netz beim Thema Pegida nicht selten der schöne Begriff von der Lügenpresse bemüht wird, in diesem Fall sich aber alle Anhänger der Bewegung völlig unkritisch der einzelnen Pressemeldungen bemächtigen und hochjubeln
Warum weist keiner von denen darauf hin, dass 65 Prozent (!) der Angesprochenen eine Befragung abgelehnt haben, auf der PK wurde auch von einer aggressiven Stimmung gegen die fragenden Studierenden gesprochen.
Ich habe keine Ahnung von Statistik, will aber nicht zu kritisch sein und glaube einfach, dass empirisch doch alles korrekt ist. Entlarvt sich aber dann die Bewegung nicht selbst? Da gehen also laut Lutz Bachmann (der übrigens laut Sächsischer Zeitung schon wieder vor den Kadi muss) letzten Montag "40.000" Leute in Dresden als "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" auf die Straße und nun kommt raus, dass das Thema "Islam, Islamismus oder Islamisierung" 67 Prozent von denen eigentlich egal ist? Na gut, andererseits stehen Migranten (aha, also doch die Ausländer

) an dritter Stelle der Wichtigkeitsskala. Ach und nicht zu vergessen, dass der Dresdner Durchschnittsdemonstrant Konfessionslos ist, also wohl nicht einmal am 24.12. seine jährliche Abbitte leistet, da muss man natürlich für die christlich-jüdische Abendlandkultur demonstrieren
Das Hauptmotiv ist aber ja eine generelle "Unzufriedenheit mit der Politik"! Da frage ich mich doch, wieso die Wahlbeteiligung in Sachsen nur bei rund 50 Prozent liegt. Auf dem Wahlzettel zur Bundestagswahl standen weit über 30 Parteien! Ich gebe zu, ich musste grad googlen, so genau hatte ich mir den Wahlzettel dann doch nicht angeschaut und einige kannte ich bis gerade nicht

Neben der "BIG", der "PSG" oder der "Partei der Vernunft" waren darunter natürlich auch AfD und Konsorten – sorry, aber nicht zur Wahl zu gehen und dann zu behaupten, die „da oben“ tun nichts für die deutsche Bevölkerung finde ich absolut armselig, wenn man dann seinen Frust an Ausländern ablässt!!! Da können die Mitläufer noch so gute "Fachkräfte" sein ...
Im Positionspapier steht doch auch was von mehr direkten Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung. Gibt´s doch schon längst, interessiert meist aber keine Sau:
www.westfalen-heute.de/mitteilung.php?36987. Bei uns in der Stadt gingen 2012 gerade mal 24 Prozent zur Urne, als sie über die Innenstadtgestaltung mitentscheiden durften – noch Fragen Familie Mustermann?!
Aber zurück zum typischen Pegida-Demonstranten. Viele Netzschreiberlinge vergessen anscheinend, dass es sich hier ausschließlich um eine Untersuchung in Dresden handelt. Bei uns im Westen kann man nicht verleugnen, dass die Motive ein wenig anders gelagert sind. So waren (laut Polizei) in Hannover, München, Düsseldorf oder gestern in Köln rechte Kräfte durchaus Federführend dabei. Ich will jetzt nicht alles verlinken, aber eine einfache Suche über Google-News bringt da schon einiges ans Licht, stellvertretend nur:
http://www.derwesten.de/staedte/duessel ... 11325.html, den Dresdenern sind die NRWler anscheinend zu weit rechts ...
Kurzum: Wenn es tatsächlich nur um die (persönliche) Frustration geht, soll sich die Bewegung gefälligst umbenennen. Und die, denen das wiederum zu gemäßigt ist, sollen halt dazu stehen und "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!" rufen. Hauptsache es geschieht nicht unter dem Deckmantel einer angeblichen Bedrohung unseres christlich-jüdischen Abendlandes durch eine Religion, die im Ursprungsland der Bewegung nicht einmal 1 Prozent ausmacht - das fände ich dann auch anständig ...