Re: Fantreffen bei der MEG
Verfasst: 5. Jun 2008, 03:19
Finde es auf jeden Fall eine klasse Aktion von Lämmi, und Hut ab auch vor Mehmet Göker, dass er sich den Fragen der Fans stellt.
Denke, dass wird eine hochinteressante Veranstaltung.
Auch ich bin momentan noch hin-und hergerissen zwischen den Standpunkten.
Sehe aber auch die riesige mittelfristige Chance die sich dahinter verbirgt.
Sollte es mit Gökers 'Hilfe' tatsächlich gelingen, zumindest erst einmal in die 3.Liga aufzusteigen (z.B. 2010), und in den nächsten Jahren dort dann oben mitzuspielen, werden sicherlich weitere Großsponsoren mit ins Boot steigen (wie z.B. der ausländische Automobilkonzern, der bei erreichen der Quali wohl mit von der Partie gewesen wäre). Wenn wir erstmal soweit sind, kann, oder sollte, es weiter aufwärts gehen.
Auch ich hänge dem romantischem Glauben an einen 'jungfräulichen Verein', der mit wenig Geld, größtenteils mit Spielern aus der Region, und familiären Verhältnissen, die oberen Ligen erklimmt, hinterher. Aber machen wir uns doch nichts vor. Wer im Profifußball mitspielen, und vielleicht sogar eine Rolle spielen will, der kommt um den Kommerz nicht herum. Wie schon jemand in einem anderen Thread geschrieben hat, der Kommerz beginnt ja eigentlich genau genommen schon in den unteren Ligen, wo Spielern Handgelder und Prämien gezahlt werden.
Das wir mit dem 'romantischen Modell' in und nach der vergangenen Saison an unsere Grenzen gestoßen sind, hat wohl jeder gesehen. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, wo sich entscheidet, ob wir mit diesem Modell weitermachen, und in diesen Regionen der Fußballligen stagnieren, oder ob wir uns in gewisser Weise der weiteren Kommerzialisierung ein Stück weit zuwenden, um vielleicht höhere Ziele anzupeilen.
Natürlich darf man die Seele des Vereins nicht verkaufen, natürlich darf man den Verein nicht führen wie ein Wirtschaftsunternehmen, wo Gelder investiert werden, die eigentlich (noch) gar nicht vorhanden sind. Dies entspräche auch nicht meiner Vorstellung von einem Verein, dem ich mein Herzblut schenke. Wenn wir aber auf vorhandener Basis weitermachen, die Seele und Tradition des Vereins erhalten, nur die Gelder ausgeben, die auch tatsächlich zur Verfügung stehen, und durch die nun gegebene Chance mittelfristig weitere (überregionale) Großsponsoren ins Boot bekommen, und vor allem die Leute die den Verein in ihrer jetzigen Form aufgebaut haben in den Gremien bleiben, dann kann ich mich auch mit Mehmet Göker in einer geschäftsführenden Position anfreunden. Allerdings sollte man es dann auch bei MG belassen, und nicht jedem zukünftigen Großsponsor einen Platz im Vorstand anbieten. Das wäre meines Erachtens der völlig falsche Weg, der über kurz oder lang ins Chaos führen würde.
Über die Person Mehmet Göker kann und will ich mir kein Urteil erlauben, weil ich ihn schlichtweg persönlich nicht, oder so gut wie nicht, kenne. Alles was ich über ihn weiß, kursiert aus Zeitungsartikeln, Hörensagen und Mund zu Mund Propaganda. Was die Medien betrifft, da sollte ja so ziemlich jeder wissen, wie der Hase da läuft... da gebe ich einen feuchten Dreck drauf. Was die Augenzeugenberichte betrifft, sage ich nur, waren wir nicht alle mal jung, sind wir nicht alle mal in gewissen Situationen abgehoben, haben wir nicht alle mal in jungen Jahren Mist gebaut?! Diese Aussage von mir soll nichts beschönigen oder verharmlosen, aber solange jemand zu seinem Mist steht den er baut oder gebaut hat, muss man ihm auch das Recht zugestehen, dass derjenige sich in seinem Verhalten ändern kann. Allen kann man es sowieso nicht recht machen, und es kann auch nicht jeder jeden mögen, das ist klar.
Ich möchte hier einmal einen (wenn auch weiter hergeholten) Vergleich ziehen. Wer mich gut kennt, der weiß, dass ich seit ca. 1984 ein glühender Anhänger der Böhsen Onkelz bin. In jungen Jahren sogar fanatisch. Ich habe auf die Schnauze bekommen dafür, dass ich ein T-Shirt dieser Band trug, und trotzdem habe ich es beim nächsten mal wieder getragen. Auch diese Band hat in ihrer Jugendzeit Mist gebaut in Form von einigen wenigen Musikstücken. Diese wurden zwar nie offiziell veröffentlicht, die Band hat aber nie bestritten, dass es diese Stücke gab. Sie haben zu ihrem Mist gestanden, haben sich davon distanziert und sogar entschuldigt, und wurden dafür trotzdem fast 2 Jahrzehnte in einer seinesgleichen suchenden Hetzjagd von Presse und Medien zerrissen.
Aber sie sind ihren Weg konsequent und unbeirrt gegangen, und 2005, zum 25jährigen Bandjubiläum als eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands überhaupt, abgetreten.
Was ich damit sagen will. Mehmet Göker ist noch sehr jung, aber auch er wird älter, auch er wird reifer, und auch er wird früher oder später einmal den Kopf schütteln über Dinge, die er in jungen Jahren seines Lebens gemacht hat. Zumindest sollte man ihm das Recht dazu eingestehen. Manche ändern sich nie, auch das gibt es. Aber das Recht dazu muss man jedem zubilligen, ohne dass er 20 Jahre für seine 'Jugendsünden' an den Pranger gestellt wird.
Während ich das jetzt alles geschrieben habe, hat sich, trotz restlicher Bedenken, meine Tendenz dahin entwickelt, dass ich sage:
Mach et Mehmet!
Ich bin sehr gespannt auf das Treffen heute Abend, und auch sehr gespannt, ob dort meine restlichen Bedenken ausgeräumt werden können.
Nachdenkliche RWG Mando
Denke, dass wird eine hochinteressante Veranstaltung.
Auch ich bin momentan noch hin-und hergerissen zwischen den Standpunkten.
Sehe aber auch die riesige mittelfristige Chance die sich dahinter verbirgt.
Sollte es mit Gökers 'Hilfe' tatsächlich gelingen, zumindest erst einmal in die 3.Liga aufzusteigen (z.B. 2010), und in den nächsten Jahren dort dann oben mitzuspielen, werden sicherlich weitere Großsponsoren mit ins Boot steigen (wie z.B. der ausländische Automobilkonzern, der bei erreichen der Quali wohl mit von der Partie gewesen wäre). Wenn wir erstmal soweit sind, kann, oder sollte, es weiter aufwärts gehen.
Auch ich hänge dem romantischem Glauben an einen 'jungfräulichen Verein', der mit wenig Geld, größtenteils mit Spielern aus der Region, und familiären Verhältnissen, die oberen Ligen erklimmt, hinterher. Aber machen wir uns doch nichts vor. Wer im Profifußball mitspielen, und vielleicht sogar eine Rolle spielen will, der kommt um den Kommerz nicht herum. Wie schon jemand in einem anderen Thread geschrieben hat, der Kommerz beginnt ja eigentlich genau genommen schon in den unteren Ligen, wo Spielern Handgelder und Prämien gezahlt werden.
Das wir mit dem 'romantischen Modell' in und nach der vergangenen Saison an unsere Grenzen gestoßen sind, hat wohl jeder gesehen. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, wo sich entscheidet, ob wir mit diesem Modell weitermachen, und in diesen Regionen der Fußballligen stagnieren, oder ob wir uns in gewisser Weise der weiteren Kommerzialisierung ein Stück weit zuwenden, um vielleicht höhere Ziele anzupeilen.
Natürlich darf man die Seele des Vereins nicht verkaufen, natürlich darf man den Verein nicht führen wie ein Wirtschaftsunternehmen, wo Gelder investiert werden, die eigentlich (noch) gar nicht vorhanden sind. Dies entspräche auch nicht meiner Vorstellung von einem Verein, dem ich mein Herzblut schenke. Wenn wir aber auf vorhandener Basis weitermachen, die Seele und Tradition des Vereins erhalten, nur die Gelder ausgeben, die auch tatsächlich zur Verfügung stehen, und durch die nun gegebene Chance mittelfristig weitere (überregionale) Großsponsoren ins Boot bekommen, und vor allem die Leute die den Verein in ihrer jetzigen Form aufgebaut haben in den Gremien bleiben, dann kann ich mich auch mit Mehmet Göker in einer geschäftsführenden Position anfreunden. Allerdings sollte man es dann auch bei MG belassen, und nicht jedem zukünftigen Großsponsor einen Platz im Vorstand anbieten. Das wäre meines Erachtens der völlig falsche Weg, der über kurz oder lang ins Chaos führen würde.
Über die Person Mehmet Göker kann und will ich mir kein Urteil erlauben, weil ich ihn schlichtweg persönlich nicht, oder so gut wie nicht, kenne. Alles was ich über ihn weiß, kursiert aus Zeitungsartikeln, Hörensagen und Mund zu Mund Propaganda. Was die Medien betrifft, da sollte ja so ziemlich jeder wissen, wie der Hase da läuft... da gebe ich einen feuchten Dreck drauf. Was die Augenzeugenberichte betrifft, sage ich nur, waren wir nicht alle mal jung, sind wir nicht alle mal in gewissen Situationen abgehoben, haben wir nicht alle mal in jungen Jahren Mist gebaut?! Diese Aussage von mir soll nichts beschönigen oder verharmlosen, aber solange jemand zu seinem Mist steht den er baut oder gebaut hat, muss man ihm auch das Recht zugestehen, dass derjenige sich in seinem Verhalten ändern kann. Allen kann man es sowieso nicht recht machen, und es kann auch nicht jeder jeden mögen, das ist klar.
Ich möchte hier einmal einen (wenn auch weiter hergeholten) Vergleich ziehen. Wer mich gut kennt, der weiß, dass ich seit ca. 1984 ein glühender Anhänger der Böhsen Onkelz bin. In jungen Jahren sogar fanatisch. Ich habe auf die Schnauze bekommen dafür, dass ich ein T-Shirt dieser Band trug, und trotzdem habe ich es beim nächsten mal wieder getragen. Auch diese Band hat in ihrer Jugendzeit Mist gebaut in Form von einigen wenigen Musikstücken. Diese wurden zwar nie offiziell veröffentlicht, die Band hat aber nie bestritten, dass es diese Stücke gab. Sie haben zu ihrem Mist gestanden, haben sich davon distanziert und sogar entschuldigt, und wurden dafür trotzdem fast 2 Jahrzehnte in einer seinesgleichen suchenden Hetzjagd von Presse und Medien zerrissen.
Aber sie sind ihren Weg konsequent und unbeirrt gegangen, und 2005, zum 25jährigen Bandjubiläum als eine der erfolgreichsten deutschen Rockbands überhaupt, abgetreten.
Was ich damit sagen will. Mehmet Göker ist noch sehr jung, aber auch er wird älter, auch er wird reifer, und auch er wird früher oder später einmal den Kopf schütteln über Dinge, die er in jungen Jahren seines Lebens gemacht hat. Zumindest sollte man ihm das Recht dazu eingestehen. Manche ändern sich nie, auch das gibt es. Aber das Recht dazu muss man jedem zubilligen, ohne dass er 20 Jahre für seine 'Jugendsünden' an den Pranger gestellt wird.
Während ich das jetzt alles geschrieben habe, hat sich, trotz restlicher Bedenken, meine Tendenz dahin entwickelt, dass ich sage:
Mach et Mehmet!
Ich bin sehr gespannt auf das Treffen heute Abend, und auch sehr gespannt, ob dort meine restlichen Bedenken ausgeräumt werden können.
Nachdenkliche RWG Mando