Gesänge a la "Sohn einer Hure" und Plakate mit Fadenkreuzen spiegeln meines Erachtens vor allem die gefühlte Hilflosigkeit der Fans gegenüber dem "Totengräber der Vereinskultur" wieder.
Dass dies kontraproduktiv ist und die Fanszene angreifbar macht, ist vollkommen klar. Aber anstatt zu hinterfragen, warum nun schon zum 3.Mal Fans von Traditionsvereinen Hopp auf diese Art und Weise (über die sich sicherlich streiten lässt) angreifen, droht man mit Stadionverboten bzw. wird diese auch sicherlich aussprechen. Damit schürt man den Hass auf Hopp doch noch viel mehr.
Oder anders gesagt: Das Gefühl der Hilflosigkeit wird immer größer.
Die intelligentere Art und Weise des Protestes gab es allerdings auch am vergangenen Sonntag durch folgende Gesänge:
Hopp schau doch her, Tradition und Freundschaft zähl‘n im Fußball viel mehr, als Dein Geld und Dein Retortenverein!
Drum pack die Koffer und geh heim, lass uns allein!
Melodie: Refrain von „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens
Traditionen kann man nicht kaufen.
Sie wurden erkämpft,
damit man sie verehrt.
Dietmar‘s Millionen zerstören den Fußball.
Wir werden kämpfen,
damit der Fußball siegt!
Melodie: „Hymn“ von Ultravox
Quelle: Internetpräsenz der Dortmunder Ultras,
http://www.the-unity.de
Auch symbolisch und ziemlich traurig, dass in den Medien ausschließlich von den "*********"-Gesängen und dem Fadenkreuz-Banner berichtet wird.
"Und ich verliebte mich in den Fußball wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würde." (Hornby)