Reitenbreiter hat geschrieben:
Die These war nicht auf uns gemünzt. Viel mehr auf den jungen Leipziger, der sich an einem Samstagnachmittag zwischen dem Nebenplatzkick Chemie Leipzig - VfB Auerbach und dem Zweitligaknaller RB Leipzig - 1. FC Kaiserslautern entscheiden muss. Bisher ist er ja immer zu Chemie gegangen...
Bis Chemie Leipzig auf Auerbach trifft wird noch einige Zeit vergehen. Die BSG Chemie Leipzig ist nämlich jüngst erst von der 13. in die 12. Liga aufgestiegen. Im letzten Sommer wurde die alte BSG neugegründet (bzw. hat sie den Spielbetrieb wieder aufgenommen). Von den Ultras und einigen weiteren Traditionalisten, die die fortwährende Entwurzelung des FC Sachsen vom traditionellen Chemie-Standort Leutzsch sowie den ursprünglichen Werten des Vereins nicht mehr ertragen konnten.
Ein Szenario wie die Fans es bereits bei Manchester United und in Salzburg vollzogen haben. In den nächsten Jahren werden einige diesem Weg folgen, da bin ich mir recht sicher. Bei beiden Münchener Vereinen gibt es z.B. bereits eine stattliche Anzahl Fans, welche anstatt den Profis die Amas unterstützen.
In einem HNA-Artikel wurde die Buli aktuell erst wieder als Boom-Liga gefeiert.
Die DEL wurde übrigens auch einmal als Boom-Liga bezeichnet. Immer bessere Zuschauerzahlen und Stars aus Nordamerika kamen. Irgendwann wollten die unfähigen Eishockey-Funktionäre dann zuviel, wurden größenwahnsinnig und mittlerweile schaukelt die Operetten-Liga von einer Krise in die nächste.
Die Bundesliga wird über kurz oder lang auch extrem an sportlichem Reiz verlieren. 5-8 Vereine machen die internationalen Plätze unter sich aus. Der Rest dümpelt darum und ergreift evtl. den letzten Strohhalm um halbwegs im Konzert der Großen mithalten zu können. Der letzte Strohhalm nennt sich dann Namensverkauf oder ähnlicher Unfug.
Dagegen tun wird keiner mehr was, denn die Fans, die ihren Verein wirklich lieben, sind längst aus den Stadien vertrieben worden.
Schreckensvision? Oder vielleicht einfach nur der Grund "gegen den modernen Fussball" schon im Kleinen anzukämpfen?
Irgendwann platzt die Seifenblase...und dann werden die Vereine sich wünschen irgendwann doch mal auf die Warnsignale ihrer treuesten Fans gehört zu haben.
"Und ich verliebte mich in den Fußball wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würde." (Hornby)