Verfasst: 13. Nov 2002, 17:05
Und zurück zum Thema:
Frankfurter Rundschau 13.11.2002
"Urteilsaufhebung ist undenkbar"
Eschborn bekommt aberkannte Punkte wohl doch nicht zurück
Von Mounir Zitouni
ESCHBORN. Was wäre, wenn...? Diese Frage wird den Verantwortlichen des Tabellenführers der hessischen Fußball-Oberliga, dem 1. FC Eschborn, seit Saisonbeginn sicherlich mehr als einmal durch den Kopf gegangen sein. Hätten die Eschborner in den ersten drei Partien gegen den FSV Frankfurt, Eintracht Wald-Michelbach und Borussia Fulda nur ein wenig sorgsamer darauf geachtet, die neue Spielordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu befolgen. Dann wäre die sportliche Welt beim FC Eschborn so richtig in Ordnung, dann würde der Klub jetzt schon mit neun Zählern Vorsprung das Klassement der Oberliga anführen, die Chancen auf den Regionalliga-Aufstieg wären noch größer, als sie derzeit ohnehin schon sind.
Doch weil drei der vier im Kader erforderlichen U 24-Akteure nicht für eine deutsche Auswahlmannschaft spielberechtigt waren, zog das Verbandsgericht des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) dem Klub die in den ersten Spielen gewonnen Punkte ab. Und dabei wird es bleiben. Auch wenn Ligakonkurrent KSV Hessen Kassel jetzt beim DFB-Bundesgericht Berufung gegen das Urteil eingelegt hat. Den Nordhessen geht es nur um eine Teilberufung. Für sie zählt in der Revision allein, dass die betroffenen Partien nicht mit 3:0 Toren und drei Punkten für die jeweiligen Gegner der Eschborner gewertet werden. "Wir wollen feststellen lassen, dass das nicht in Ordnung war, und wir sind zuversichtlich. Denn es gibt vergleichbare Urteilssprüche aus anderen Landesverbänden, auf die wir uns beziehen", sagt Dirk Scharrer, der Anwalt des Vereins.
Das Ziel der Kasseler ist klar. Sie wollen dafür sorgen, dass die Meisterschaftskonkurrenten Frankfurt und Wald-Michelbach nicht vom Eschborner Punktabzug profitieren, indem sie drei Punkte gutgeschrieben bekommen. Anderes hält der Münchener Jurist für ausgeschlossen: "Dass das Urteil gegen Eschborn aufgehoben wird, ist nicht denkbar. Da darf sich der Klub überhaupt keine Hoffnungen machen", so Scharrer. "Wir halten das Urteil mit dem Punktabzug für absolut richtig. Darum soll es in der Berufungsverhandlung auch gar nicht gehen. Darauf habe ich ausdrücklich hingewiesen."
Auf Schützenhilfe aus Kassel können die Eschborner also nicht hoffen. Ziemlich blöd, denn die Chance, Berufung in eigener Sache einzulegen, hat der Klub nicht mehr. Das wurde im Anschluss an das Urteil des HFV versäumt. "Uns wurde damals geraten, keine Berufung einzulegen. Wir wollten auch Ruhe einkehren lassen und nicht ewig prozessieren", sagt Michael Kopp, der Eschborner Präsident. Es gab wohl schon bessere Ideen. Denn die Chancen für eine Rücknahme des Punktabzuges durch das DFB-Bundesgericht hätten, berücksichtigt man Urteile aus anderen Oberligen, durchaus im Bereich des Mögliche gelegen. In einem identischen Fall widerrief das Verbandsgericht des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) im September nämlich das gesprochene Urteil des Sportgerichtes, das dem Oberligisten VfR Neumünster einen Punktabzug auferlegt hatte. "Hinterher ist man natürlich immer schlauer", sagt Kopp. "Klar bereuen wir jetzt, das wir nicht in Berufung gegangen sind. Das ist ärgerlich."
Doch Kopp will sich mit Gerichten und Urteilen nicht mehr befassen. "Das, was da jetzt so läuft, belastet mich gar nicht. Wir konzentrieren uns auf das Sportliche. Und da wissen wir spätestens nach dem Heimspiel gegen den FSV Ende November, wo wir stehen", so Kopp. Doch sicherlich hätte er nichts dagegen, wenn die Frankfurter bis dahin drei Punkte weniger auf dem Konto hätten.
Frankfurter Rundschau 13.11.2002
"Urteilsaufhebung ist undenkbar"
Eschborn bekommt aberkannte Punkte wohl doch nicht zurück
Von Mounir Zitouni
ESCHBORN. Was wäre, wenn...? Diese Frage wird den Verantwortlichen des Tabellenführers der hessischen Fußball-Oberliga, dem 1. FC Eschborn, seit Saisonbeginn sicherlich mehr als einmal durch den Kopf gegangen sein. Hätten die Eschborner in den ersten drei Partien gegen den FSV Frankfurt, Eintracht Wald-Michelbach und Borussia Fulda nur ein wenig sorgsamer darauf geachtet, die neue Spielordnung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu befolgen. Dann wäre die sportliche Welt beim FC Eschborn so richtig in Ordnung, dann würde der Klub jetzt schon mit neun Zählern Vorsprung das Klassement der Oberliga anführen, die Chancen auf den Regionalliga-Aufstieg wären noch größer, als sie derzeit ohnehin schon sind.
Doch weil drei der vier im Kader erforderlichen U 24-Akteure nicht für eine deutsche Auswahlmannschaft spielberechtigt waren, zog das Verbandsgericht des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) dem Klub die in den ersten Spielen gewonnen Punkte ab. Und dabei wird es bleiben. Auch wenn Ligakonkurrent KSV Hessen Kassel jetzt beim DFB-Bundesgericht Berufung gegen das Urteil eingelegt hat. Den Nordhessen geht es nur um eine Teilberufung. Für sie zählt in der Revision allein, dass die betroffenen Partien nicht mit 3:0 Toren und drei Punkten für die jeweiligen Gegner der Eschborner gewertet werden. "Wir wollen feststellen lassen, dass das nicht in Ordnung war, und wir sind zuversichtlich. Denn es gibt vergleichbare Urteilssprüche aus anderen Landesverbänden, auf die wir uns beziehen", sagt Dirk Scharrer, der Anwalt des Vereins.
Das Ziel der Kasseler ist klar. Sie wollen dafür sorgen, dass die Meisterschaftskonkurrenten Frankfurt und Wald-Michelbach nicht vom Eschborner Punktabzug profitieren, indem sie drei Punkte gutgeschrieben bekommen. Anderes hält der Münchener Jurist für ausgeschlossen: "Dass das Urteil gegen Eschborn aufgehoben wird, ist nicht denkbar. Da darf sich der Klub überhaupt keine Hoffnungen machen", so Scharrer. "Wir halten das Urteil mit dem Punktabzug für absolut richtig. Darum soll es in der Berufungsverhandlung auch gar nicht gehen. Darauf habe ich ausdrücklich hingewiesen."
Auf Schützenhilfe aus Kassel können die Eschborner also nicht hoffen. Ziemlich blöd, denn die Chance, Berufung in eigener Sache einzulegen, hat der Klub nicht mehr. Das wurde im Anschluss an das Urteil des HFV versäumt. "Uns wurde damals geraten, keine Berufung einzulegen. Wir wollten auch Ruhe einkehren lassen und nicht ewig prozessieren", sagt Michael Kopp, der Eschborner Präsident. Es gab wohl schon bessere Ideen. Denn die Chancen für eine Rücknahme des Punktabzuges durch das DFB-Bundesgericht hätten, berücksichtigt man Urteile aus anderen Oberligen, durchaus im Bereich des Mögliche gelegen. In einem identischen Fall widerrief das Verbandsgericht des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) im September nämlich das gesprochene Urteil des Sportgerichtes, das dem Oberligisten VfR Neumünster einen Punktabzug auferlegt hatte. "Hinterher ist man natürlich immer schlauer", sagt Kopp. "Klar bereuen wir jetzt, das wir nicht in Berufung gegangen sind. Das ist ärgerlich."
Doch Kopp will sich mit Gerichten und Urteilen nicht mehr befassen. "Das, was da jetzt so läuft, belastet mich gar nicht. Wir konzentrieren uns auf das Sportliche. Und da wissen wir spätestens nach dem Heimspiel gegen den FSV Ende November, wo wir stehen", so Kopp. Doch sicherlich hätte er nichts dagegen, wenn die Frankfurter bis dahin drei Punkte weniger auf dem Konto hätten.