07.06.2009 | 01:42 Uhr
POL-OL: ++ Enttäuschte Fußballfans randalieren und halten Polizei in Atem **
Oldenburg (ots) - Bei dem Aufstiegsspiel in die Regionalliga zwischen dem VfB Oldenburg und Goslarer SC kam es zum Abpfiff der Begegnung zu heftigen Auseinandersetzungen.
Mit Beginn des Spiels waren die gut 11.000 Zuschauer, hierunter ca. 150 Anhänger aus Goslar, alle guter Laune. Mit dem 1:0 Vorsprung für die Gäste kam es im Außenstadionbereich zu kleineren Rangeleien in der deren Verlauf zwei Körperverletzungen zur Anzeige gebracht wurden.
In der zweiten Halbzeit glich der VfB Oldenburg früh aus und die Stimmung neutralisierte sich. Erst mit der erneuten Führung der Gäste heizte sich die Stimmung bei den Oldenburger "Fans" wieder auf.
Absprachegemäß sollten von den Tribünen nach Spielende keine Fans auf das Spielfeld gelangen und die Ordner wurden auch entsprechend eingewiesen. Der Schlusspfiff kam, der Goslarer SC war aufgestiegen und plötzlich öffnete sich das Fluchttor auf der Seite der Stehtribüne. Viele aufgebrachte VfB Fans nutzten die Situation aus, um auf das Spielfeld zu gelangen. Es gab in der Folge viele Rangeleien in deren Verlauf auch die Spieler beider Vereine aufeinander losgingen. Einige Fans prügelten auch auf Spieler der Gastmannschaft ein. Der Einsatzleiter reagierte sofort und verlegte alle Polizeikräfte in den Innenraum des Stadions, wo die Situation nach kurzer Zeit beruhigt werden konnte. Das Fluchttor wurde geschlossen und die Streitparteien getrennt.
Einen Augenblick später öffnete sich ein weiteres Fluchttor in Richtung Spielfeld und einige "VfB Fans" versuchten an die Fans aus Goslar zu gelangen, was seitens des im Innenraum präsenten Polizeiaufgebots, mit Unterstützung des gesamten Einsatz- und Streifendienstes aus Oldenburg, verhindert werden konnte.
Oberstes Ziel war es jetzt, dass die Gästefans ungestört die Heimreise antreten konnten. Folglich wurde der Marschweg in Richtung Autobahnauffahrt gesperrt. Zwischenzeitlich versuchten einige "VfB-Fans" den VIP Bereich zu stürmen, was durch entschlossenes polizeiliches Einschreiten verhindert wurde.
Im Bereich der Sperrmaßnahmen kam es seitens der "VfB Fans" immer wieder zu Provokationen gegenüber der Polizei. Auch wurden in mindestens zwei Fällen halbvolle Bierflaschen und mehrfach Gläser in Richtung der Polizei geworfen.
Nachdem weitere Verstärkung aus den umliegenden Polizeidienststellen aus dem Polzeidirektionsbereich Oldenburg eingetroffen waren, beruhigte sich die Gesamtsituation zusehends. Mit Abfahrt der Goslarer Mannschaft aus dem Marschwegstadion wurde die Sperrung schließlich gegen 19.30 Uhr aufgehoben.
Nur ca. eine viertel Stunde später kam es dann in der Gottorpstraße bei dem OFI Treff zwischen den "VfB Fans" zu Streitereien. Auch hier konnte die Situation nach wenigen Augenblicken beruhigt werden und eine Gruppe von ca. 27 "VfB-Fans" verließ den Vorplatz, auf Weisung der Polizei, in Richtung Stau.
Immer im Blick der Polizei, hielt sich die "Fan-Gruppe" an der Gaststätte "Schwan" auf. Der Unmut kochte in der Situation erneut hoch, als die Spieler des VfB im Wintergarten der Gaststätte den Abend ausklingen lassen wollten. Zum Teil schlugen die Anhänger des VfB gegen die Glasfassade des Wintergartens. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wurden die aufgebrachten "VfB Fans", von der mittlerweile zur Verstärkung eingetroffenen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Oldenburger Bereitschaftspolizei geschlossen in die Rosenstraße geleitet. Der Großteil der Fans konnte im Anschluss an eine Personalienfeststellung, mit einem Platzverweis für den Bereich des Staus belegt, die Örtlichkeit verlassen. Drei von Ihnen wurden nach erneuten Angriffen auf Polizeibeamte in Gewahrsam genommen.
Die Bilanz des Einsatzes: 63 Platzverweise, 30 Identitätsfeststellungen, 14 Ingewahrsamnahmen und neun Strafanzeigen (Körperverletzung, Landfriedensbruch Beleidigung und Widerstandshandlungen). In der Summe wurden bei dem Einsatz fünf Polizeibeamte leicht verletzt. Die Anzahl der verletzten Fans ist derzeit noch nicht bekannt.
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